AKV-Präsident Kukacka: Schwerpunkt für Christen bei Österreichs Hilfe für syrische Flüchtlinge gerechtfertigt

Militärischer Vergeltungsschlag gegen Syrien ist nicht verantwortbar

Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) begrüßt die Ankündigung von Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger, dass Österreich 500 syrische Flüchtlinge aufnehmen wird und dabei auch ein Schwerpunkt neben Kindern und Frauen auch für verfolgte syrische Christen gesetzt werde. "Das ist ein wichtiger Akt der Solidarität und der humanitären Hilfe für eine Bevölkerungsgruppe, die in Syrien - wie zuvor schon im Irak -zwischen die Fronten der islamistischen Konfliktparteien geraten sei und auch wegen ihres Religionsbekenntnisses verfolgt werde. Diese Gruppe verdiene deshalb auch den besonderen Schutz und die Unterstützung durch Österreich und der europäischen Staaten", sagt AKV-Präsident, Mag. Helmut Kukacka.

Die AKV unterstützt auch den Appell von Kardinal Christoph Schönborn an alle österreichischen Christen, die leidgeprüften Flüchtlinge, die aus der ältesten Heimat der Christen kommen, durch freiwilligen Einsatz und durch Spenden, zu unterstützen. Befremdlich sei, dass Österreichs Flüchtlingsorganisationen, unter ihnen auch die evangelische Diakonie, sich skeptisch zu diesem "Fokus auf Christen" geäußert haben.

"Die besondere Schutzbedürftigkeit der syrischen Christen als religiöse Minderheit sollte unbestritten sein, ebenso wie ihre Bereitschaft und Fähigkeit zur Integration wegen der gemeinsamen kulturellen und religiösen Wurzeln", so Kukacka. 450.000 syrische Christen, beinahe ein Drittel aller Christen in Syrien, sind entweder Binnenflüchtlinge oder ins Ausland geflüchtet.

Die gegenwärtigen Entwicklungen in Syrien und im Irak und die prekäre Lage in Ägypten zeigen, dass immer wenn "Chaos in einem Land des Ostens herrscht, grundlos Christen angegriffen werden und Opfer von Auseinandersetzungen zwischen Schiiten und Sunniten werden", so der maronitische Patriarch, Béchara Boutros Al-Rai, (Kathpress, 23.8.2013).

Die AKV fordert die Bundesregierung auf, sich weiter entschieden gegen einen "Vergeltungsschlag" der USA wegen des Einsatzes von Chemiewaffen gegen Zivilisten zu stellen. "Ein Militärschlag zu diesem Zeitpunkt ist nicht verantwortbar - schon gar nicht solange die Verantwortlichen für den Einsatz der Chemiewaffen nicht zweifelsfrei gefunden sind. Keines der politischen Probleme kann durch so eine "Strafaktion" gelöst werden, aber er könne unabsehbare Folgen für den gesamten nahen Osten haben. Es müsse deshalb eine friedliche Lösung gefunden werden, die durch ein UN-Mandat gedeckt sei", schloss Kukacka.

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