1.300 Menschen bei Kundgebung "Zukunft statt Stillstand"

Sexten (OTS) - Dass der Zusammenschluss der Skigebiete Helm - Rotwand für das Hochpustertal eine zukunftsweisende Entscheidung ist, hat am Samstag die Kundgebung "Zukunft statt Stillstand" in Sexten bewiesen. Rund 1.300 Menschen aus dem Pustertal, aus Osttirol und der Provinz Belluno versammelten sich nach Angaben der Polizei beim Haus Sexten, um ihren Wunsch für eine rasche Umsetzung des Lückenschlusses zum Ausdruck zu bringen. Unterstützt wurden sie dabei von Landesrat Thomas Widmann, Senator Hans Berger, zahlreichen Bürgermeistern des Pustertales und Vertretern aller Wirtschaftsverbände.

Der Lückenschluss "Helm-Rotwand" ist für die Menschen im Hochpustertal eine Frage für die Zukunft der gesamten Region. "Der Lückenschluss hilft uns die wirtschaftliche Basis der Region rund um Sexten - nämlich den Tourismus - abzusichern und neue Perspektiven zu schaffen", erklärt der Präsident des Tourismusverbandes Hochpustertal, Erwin Lanzinger. "Das Hochpustertal braucht die Skiverbindung Helm - Rotwand, um im nationalen und internationalen Wettbewerb bestehen zu können und die Arbeitsplätze sowie die Wertschöpfung in der Region zu sichern."

Aufwendiges Genehmigungsverfahren

Schon seit 30 Jahren denkt man in Sexten über den Lückenschluss von Helm und Rotwand nach. Unterstützt wird das Projekt von einer breiten Mehrheit in Sexten und im gesamten Hochpustertal. Nach einem aufwendigen und langwierigen Genehmigungsverfahren, das sich über viele Jahre hin gezogen hat, gaben letztlich alle Instanzen grünes Licht.

"Trotzdem versuchen einige wenige mit allen Mitteln das Projekt zu blockieren. Daher ist es nun an der Zeit ein Zeichen zu setzen", erklärt Lanzinger und lud gemeinsam mit den Wirtschaftsverbänden des Pustertales zur Kundgebung "Zukunft statt Stillstand" in Sexten.

1.300 Besucher

Mehr als 1.300 Menschen aus dem ganzen Pustertal, Osttirol und der Provinz Belluno waren zur Kundgebung gekommen, um ihre Unterstützung für das Projekt zum Ausdruck zu bringen. "Wir wollen zeigen, dass der Lückenschluss von der breiten Mehrheit gewünscht wird. Unsere Erwartungen wurden heute übertroffen, wir sind glücklich, dass so viele Menschen gekommen sind. Daran sieht man, wie wichtig der Lückenschluss Helm-Rotwand ist. An ihm hängt die Zukunft unserer Lebensgrundlage, nämlich der Tourismus", so Erwin Lanzinger.

Prominente Unterstützung

An der Kundgebung teilgenommen hat unter anderem Wirtschaftslandesrat Thomas Widmann, der den Zusammenschluss Helm-Rotwand von Anfang an unterstützt hat. "Der Tourismus ist der Wirtschaftsmotor im Hochpustertal und die Sextner Dolomiten sind einer der größten Arbeitgeber der Region. Der Lückenschluss ist eine sinnvolle und wichtige Maßnahme für die regionale Entwicklung. Insofern ist es auch klar, dass wir das Projekt von Anfang an immer voll unterstützt haben und nach wie vor unterstützen."

Der Sextner Bürgermeister Fritz Egarter betonte in seinem Redebeitrag, dass das Projekt alle Instanzen erfolgreich durchlaufen hat und deswegen auch eine gültige Baugenehmigung erhalten hatte. Senator Hans Berger ergänzte: "Wenn ich als Bauherr eine gültige Baukonzession in den Händen halte, fange ich an zu bauen. Warum also die Aufregung?"

Die Bürgermeister der Nachbargemeinden im Hochpustertal sind ebenso zur Kundgebung gekommen, wie Brunecks Bürgermeister Christian Tschurtschentaler und dessen Amtskollegen aus anderen Pusterer Gemeinden, aus Osttirol und aus der Provinz Belluno. Breite Unterstützung kam von den Südtiroler Wirtschaftsverbänden. Mit dabei waren unter anderem der Präsident des Südtiroler Wirtschaftsrings, Hansi Pichler, sowie Viktor Peintner vom Südtiroler Bauernbund, Thomas Walch vom HGV, LVH Vize Präsident Martin Haller, Philipp Moser vom HDS, Esther Mutschlechner vom VPS, Bernhard Innerkofler von der Raiffeisenkasse Hochpustertal, Sandro Lazzari (Dolomiti Superski) und Roland Griessmair von der Bezirksgemeinschaft Hochpustertal.

Petition Pro Skiverbindung Helm - Rotwand

Als besonderes Zeichen der Unterstützung unterzeichneten die Teilnehmer der Kundgebung eine Petition PRO-Skiverbindung Helm -Rotwand.

Alle Auflagen erfüllt

Auch die Sextner Dolomiten AG haben an der Kundgebung teilgenommen und die Hintergründe des Lückenschlusses Helm - Rotwand erklären. Geschäftsführer Mark Winkler skizzierte dabei den bisherigen Verlauf des aufwendigen Genehmigungsverfahrens, der letztlich zu einer gültige Baugenehmigung führte.

Vor etwas mehr als vier Jahren wurde das Projekt erstmals zur Genehmigung eingereicht. Zwar wurde es von der Südtiroler Landesregierung befürwortet. Ein UVP Verfahren verlief damals aber negativ, also zog die Sextner Dolomiten AG das Projekt zurück und reichte ein neues Projekt ein. Im neuen Projekt wurden die Bedenken von Experten, Umweltschützern und Projektkritikern weitgehend berücksichtigt. Ein neuerliches UVP Verfahren verlief diesmal positiv.

Die Grundstücksbesitzer im Projektgebiet wurden einzeln kontaktiert, alle haben letztlich per Unterschrift ihr Einverständnis für den Lückenschluss gegeben. Ihr Einverständnis gaben in der Folge auch das Landesforstkomitee, die Baukommission der Gemeinde Sexten und das Amt für Tourismus des Landes Südtirol.

Es folgte eine Abänderung des Pistenplanes des Landes Südtirol mit einer strategischen Umweltprüfung durch den Umweltbeirat und die Landesraumordnungskommission, die das Projekt ebenfalls befürworteten. Letztlich genehmigte die Südtiroler Landesregierung das Projekt, worauf der Sextner Bürgermeister Fritz Egarter im August 2013 eine gültige Baukonzession ausstellte.

"Insofern haben wir sofort, nach Erhalt der Baukonzession mit den Arbeiten begonnen." Zwischenzeitlich hat das Verwaltungsgericht Bozen ohne Angabe näherer Gründe die Baukonzession vorläufig ausgesetzt. "Wir hatten eine gültige Baugenehmigung und haben zu keinem Zeitpunkt gesetzwidrig gehandelt. Und genau deswegen bin ich überzeugt, dass uns das Gericht die Baugenehmigung nach Prüfung aller Fakten wieder erteilen wird", so Mark Winkler weiter.

Erstes größeres Erweiterungsprojekt seit 30 Jahren

Mehr als drei Jahrzehnte hat es in Sexten keine größeren Erweiterungen und Seilbahnprojekte gegeben. Die an Sexten angrenzenden Regionen haben jedoch sehr wohl ausgebaut und sind über die Jahre gewachsen. In Niederdorf, Toblach und Sexten wurden andererseits kleinere Lifte abgebaut, weil die Attraktivität der Angebote in der Region für den Wintertourismus nachgelassen hatte. "Nur ein größeres Skigebiet ist mittel- bis langfristig in der Lage, wirtschaftlich zu überleben. Der Lückenschluss von Helm und Rotwand ist keine Neuerschließung, sondern ein Brückenschlag, der wesentlich dazu beiträgt, die Attraktivität unserer Region für den Tourismus zu steigern", betont Erwin Lanzinger.

27 Mio. Euro Investitionsvolumen für Südtirol

Die Sextner Dolomiten AG ist im Besitz von 380 Familien in Sexten. Seit Bestehen der Aktiengesellschaft haben diese noch nie Gewinne entnommen, weil immer wieder reinvestiert wurde. Der Zusammenschluss von Helm und Rotwand schlägt sich mit Investitionen in der Höhe von 27 Mio. Euro zu Buche. Um diese überhaupt tätigen zu können, war eine Kapitalaufstockung von sechs Millionen Euro notwendig.

Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten hat sich die große Mehrheit der Gesellschafter daran beteiligt. Letztlich konnte sogar überzeichnet werden. "Das ist ein klares Signal für den Stellenwert der Bergbahnen in Sexten und die Notwendigkeit des Lückenschlusses Helm - Rotwand", so Erwin Lanzinger. Die Restfinanzierung wird übrigens von den Südtiroler Banken vorfinanziert.

Für die Umsetzung aller notwendigen Bauarbeiten werden insgesamt 49 Unternehmen ausschließlich aus Südtirol beauftragt. Somit werden neue Arbeitsplätze geschaffen, die den Südtiroler Unternehmen helfen, die derzeit schwierigen wirtschaftlichen Zeiten besser zu überbrücken.

Die Sextner Dolomiten AG beschäftigt 186 Mitarbeiter im Winter, im Sommer 90. Mit der Realisierung des Lückenschlusses Helm - Rotwand entstehen allein bei den Bergbahnen zehn neue Arbeitsplätze. Jeder Seilbahn-Job schafft fünf weitere Arbeitsplätze in der Gastronomie, Hotellerie und im Dienstleistungssektor.

Rückfragen & Kontakt:

TVB Hochpustertal
Alfred Prenn
Tel.: 0039 342 86 52 129
Email: alfred.p@s-dolomiten.it

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0001