Hundstorfer zu Diskussion um vermögensbezogene Abgaben: "Das ist keine Neiddebatte, sondern eine Gerechtigkeitsdebatte"

Wiener Sommerakademie: Hundstorfer und Oberhauser fordern mehr soziale Gerechtigkeit in Österreich

Wien (OTS/SK) - Am Freitag hat sich Sozialminister Rudolf Hundstorfer im Rahmen der alljährlichen SPÖ Sommerakademie im Wiener Museumsquartier, gemeinsam mit Nationalratsabgeordneter Sabine Oberhauser und anderen, den Fragen des Publikums bezüglich der sozialen Gerechtigkeit in Österreich gestellt. Behandelt wurden Themen wie das Frauenpensionsantrittsalter, Vermögensbesteuerung, Bankenabgabe, 12-Stunden Arbeitstag, Mindestsicherung und viele weitere soziale Schwerpunktthemen. "Die Debatte um die Vermögenssteuer ist keine Neiddebatte, sondern eine Gerechtigkeitsdebatte", betonte Arbeitsminister Hundstorfer. Er will die Östereicherinnen und Österreicher, die in Österreich leben und ein Vermögen von über einer Million Euro besitzen, in Sachen soziale Gerechtigkeit stärker miteinbeziehen: "Österreich hat eine der geringsten Vermögensbesteuerungen der Welt, hier muss etwas getan werden, um gleiche Chancen für alle zu schaffen." ****

"Wir haben sehr flexible Arbeitszeiten in Österreich und dabei gewisse Spielregeln, an die man sich halten muss", sagte der Arbeitsminister bezüglich der Forderung der ÖVP nach einem 12-Stunden-Arbeitstag. Er verwies auf das in Österreich geltende Arbeitszeitgesetz und die ohnehin flexiblen Arbeitszeiten, welche sich durch Gesetze und Regelungen im Rahmen einer gerechten Entlohnung befinden. Österreich habe die zweithöchste wöchentliche Arbeitszeit in der EU, so Hundstorfer. Zum Thema gerechte Vermögensverteilung betonte Hundstorfer, dass "der Faktor Arbeit in Österreich viel höher besteuert ist, als der Faktor Vermögen. Das gilt es zu ändern." Österreich sei aber eines der wenigen Länder in der EU, die die Bankenabgabe durchsetzen konnte. Damit sei man auf dem richtigen Weg, so der Minister.

Nationalratsabgeordnete Sabine Oberhauser verurteilte die Forderung der ÖVP nach der Erhöhung des Frauenpensionsalters, denn "viele Frauen gehen schon jetzt aus der Arbeitslosigkeit oder wegen Krankheit in Pension." Die Nationalratsabgeordnete sprach sich auch vehement gegen Aussagen der ÖVP aus, das Frauen- und Familienministerium zusammenzulegen, eventuell sogar unter Leitung eines Mannes. "Wir haben schon einen Herrn Frauenminister unter schwarz-blau gehabt. Das war die de facto-Abschaffung der Frauenpolitik", erinnerte Oberhauser.
Dabei sei es wichtig, dafür zu sorgen, mehr Männer in Väter-, oder Teilkarenz einzubeziehen, und dass Frauen bestmöglich über ihre beruflichen Möglichkeiten aufgeklärt werden. "Eine gute Ausbildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Für junge Frauen bedeutet das, dass sie ein selbstständiges und unabhängiges Leben führen können", stellte Oberhauser fest und nennt als Voraussetzung dafür "gleichen Lohn für gleiche Arbeit". (Schluss) dm/sc

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