Mariahilfer Straße neu: ÖAMTC warnt vor "Verschlimmbesserungen"

Club lehnt weitere Einschränkungen ab und fordert Einbeziehung der Bürger

Wien (OTS) - Die gestern angekündigte erneute Umgestaltung der Mariahilfer Straße darf laut ÖAMTC nicht zu weiteren Einschränkungen führen. "Ein Verlust von weiteren Parkplätzen oder die Sperre weiterer Straßen für den Kfz-Verkehr, weil man überhastet eine Route für die Buslinie 13A bzw. den Radverkehr sucht, würde von den meisten Menschen als 'Verschlimmbesserung' empfunden werden", hält der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung Bernhard Wiesinger fest.

Für den Club gilt es zu vermeiden, dass Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger gegeneinander ausgespielt werden. Weitere Eingriffe müssen auf alle Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen. "Verbesserungen sind mit allen Bürgern der beiden betroffenen Bezirke ohne Vorbedingungen zu diskutieren", stellt Wiesinger klar. "Daher muss auch über eine weniger radikale Verkehrsberuhigung, wie die derzeitige, gesprochen werden."

Auf Grund der Rückmeldungen an den Club lassen sich derzeit folgende Problemfelder ableiten:

* Staus beim Verlassen des Gebietes
Vor allem die Verbindungen aus dem 6. und 7. Bezirk zum Gürtel wurden durch die Verkehrsmaßnahmen massiv beschränkt. Die Staus in der Lindengasse, Stollgasse etc. sind eine logische Folge. Daher schlägt der ÖAMTC vor, die Mariahilfer Straße ab der Otto Bauer Gasse stadtauswärts wieder für den Kfz-Verkehr zu öffnen, damit die erst vor wenigen Jahren umgestaltete Kreuzung Mariahilfer Straße/Gürtel ihre Leistung voll entfalten kann.

* Fehlen von Querungsmöglichkeiten und Parkplatzverlust
Die fehlenden Querungsmöglichkeiten lassen die neue Zone wie eine Barriere zwischen den beiden wirtschaftlich eng verwobenen Bezirken Neubau und Mariahilf erscheinen. Zudem fielen durch die Totalsperre der Mariahilfer Straße wegen der zahlreichen künstlichen Sackgassen und Umkehrbereiche rund 300 Parkplätze weg.

* Nutzung der verkehrsberuhigten Zone außerhalb der "Geschäftsstoßzeiten"
Es ist zu hinterfragen, ob es wirklich notwendig ist, die Mariahilfer Straße auch nachts komplett zu sperren. Um gerade die in diesem Bereich bestehende prekäre Parksituation zu entspannen, sollte die Zone in den Nacht- und Vormittagsstunden zum Parken geöffnet werden.

* Radfahren in der Fußgängerzone
Das Herunterbremsen der Radfahrer auf Schrittgeschwindigkeit ist in einer Fußgängerzone unumgänglich. Gleichzeitig ist es verständlich, dass das zu Problemen führt. Eine gegenseitige Rücksichtnahme lässt sich jedoch nicht mit Strafmandaten erzwingen. Eine weniger radikale "Beruhigung", die das Befahren der Mariahilfer Straße für alle Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen erlaubt, würde auch hier eine pragmatische Lösung darstellen.

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