"Verbohrt, verbissen, verboten!

Wien (OTS) - Am gestrigen Donnerstagabend war das Kruger`s Zentrum einer angeregten Diskussion zum Thema "Verbohrt, verbissen, verboten! - Wie viel Bevormundung verträgt der Bürger?", zu der die Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung" geladen hatte. Unter der Moderation des Journalisten Christian Ortner trafen sich Lebensmittelchemiker und Autor Udo Pollmer, Psychologe und Sozialforscher Prof. Rudolf Bretschneider, Journalistin und Buchautorin Angelika Hager und Philosoph Prof. Rudolf Burger, um die unterschiedlichen Auswüchse der Verbotsgesellschaft und die Entwicklung hin zu einem Nanny-Staat zu diskutieren.

Als Unterstützer der Initiative "Mein Veto!" eröffnete gestern Prof. Rudolf Bretschneider die Podiumsdiskussion mit seinem Beitrag zum Thema "Bevormundung, Verbote und Vorschriften: Über das tiefe Misstrauen gegenüber der Fähigkeit des Menschen, für sich vernünftige Entscheidungen zu treffen." Bretschneider zeigte auf, dass der Staat mit immer strengeren Vorschriften, Regulierungen sowie Ge- und Verboten massiv in die Freiheit des Einzelnen eingreife. Dies gleiche "einem Wiederaufleben 'prohibitionistischer Zustände', durch die 'moral entrepreneurs' unserer Gesellschaft, die den Menschen auferlegen, was und wie sie etwas konsumieren sollen", so Bretschneider. Mit dieser übertriebenen Fürsorglichkeit werde dem Bürger sukzessive die Eigenverantwortung entzogen, ist Bretschneider überzeugt.

Heranzüchten des "idealen Subjekts"

Dem pflichtete Professor Rudolf Burger bei, indem er sagte, dass "die Tendenz zur Normierung und Disziplinierung der Menschen bis in die Kapillaren ihres sozialen Lebens eingedrungen ist und selbst ihre Sprache und Gedanken erfasst hat". Die fürsorgliche Verbotsgesellschaft, die durch Sicherheit, Gesundheit und Egalität geprägt ist, bringt für Burger das "ideale Subjekt" hervor: "Es lebt sozialverträglich, distanzlos, freundlich, ohne gefährliche Laster und seinen asketischen Hedonismus nach einem genau kalkulierten Ernährungsplan." Das Walten des Überwachungsstaates, wie er ihn nennt, empfindet er als paradox, denn in Wahrheit war eine Gesellschaft noch nie so sicher, gesund und gleichberechtigt wie heute.

Gesundheitswahn und Ernährungsvorschriften

Wie die "Bevormundungs-Branche" funktioniere, lässt sich unter anderem gut am Beispiel der vielfältig kursierenden Ernährungsratschläge ablesen, fügte Udo Pollmer hinzu. Er bezeichnete pauschale Ernährungsratschläge und -Kampagnen sogar als "riskante Experimente mit der Bevölkerung". Zum einen gäbe es keinen Beleg für ihre Wirksamkeit, zum anderen habe jeder Mensch einen anderen Stoffwechsel und unterschiedliche Geschmacksvorlieben. "Kein Schuster käme auf die aberwitzige Idee alle paar Jahre eine neue optimale Schuhgröße für alle zu propagieren, um dem 'vorzeitigen Hinken' zu begegnen," so der Lebensmittelchemiker und Ernährungsexperte. Essstörungen und übertriebene Ängste seien nur eine von vielen Negativfolgen dieser Entwicklung.

Attacke auf die Lebenslust

Angelika Hager führte an, dass die zunehmende Bevormundung beim Essen gleichzeitig Ausdruck für den gesellschaftlichen "Gesundheitswahn" sei. Die Gesundheit ist ihrer Meinung nach zu einer Art Ersatzreligion geworden, die auf die tiefe Verunsicherung und Obsession mit dem Nichtkranksein der Menschen zurückzuführen sei. Sie spricht vom "organisierten Gesundheitsterror", der einem Angriff auf den Lebensgenuss gleichkomme und rief zur Rückbesinnung auf den Hedonismus auf: "Die menschliche Psyche hat ein Recht auf Rausch, Kontrollverlust und Auszeiten für das rationale Ich - nur so funktioniert Kreativität. Askese und Verzicht hingegen sind nur temporär denkbar, denn ein ständiger Zustand der Lustfeindlichkeit ist ungesund."

Initiative fordert Umdenken in Politik und Gesellschaft

Die Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung" freut sich über den regen Besucherandrang und die vielen zustimmenden Wortbeiträge bei der gestrigen Podiumsdiskussion. "Die große Unterstützung, die wir seit der Gründung unserer Initiative erfahren, zeigt uns, dass die Bürger nicht mehr länger bereit sind, die staatliche Bevormundung hinzunehmen", so Bretschneider, der sich wünscht, dass es in Zukunft in dieser Tonart weitergeht. Nur dadurch könne ein Umdenken in Politik und Gesellschaft stattfinden.

Über die Diskutanten:

Prof. Dr. Rudolf Bretschneider ist Psychologe, Markt-, Meinungs-, Politik- und Sozialforscher. Er leitete jahrzehntelang die GfK Austria, für die er heute noch als Konsulent tätig ist und gründete im Namen der GfK zusammen mit Harald Gabriel 14 GfK-Institute in Mittel- und Osteuropa. Seit 1970 ist er Lehrbeauftragter am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien und hat zahlreiche Publikationen in sozialwissenschaftlichen bzw. öffentlichen Organen zur Fragen der Sozialforschung veröffentlicht. Rudolf Bretschneider ist seit der ersten Stunde Unterstützer der Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung".

Udo Pollmer ist deutscher Wissenschaftsjournalist, Lebensmittelchemiker und Fachbuchautor zur Ernährung. Seit 1994 ist er wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften. Er ist bekannt aus Funk und Fernsehen, hat eine eigene Radio-Kolumne zu Ernährungsthemen im Deutschlandradio Kultur und wird zu zahlreichen Diskussionsrunden und TV-Beiträgen, in denen es um Ernährungsthemen geht, als Experte eingeladen. Pollmer hat 2008 das Deutsche Zusatzstoff-Museum in Hamburg mitentwickelt.

Angelika Hager ist eine österreichische Journalistin und Autorin. Sie leitet seit 2000 das Gesellschaftsressort des Nachrichtenmagazins Profil. 1995 erfand Hager für das Kurier Magazin "Freizeit" die fiktive Autorin Polly Adler, die seither die Kolumne "Chaos de Luxe" schreibt. Unter dem Pseudonym Polly Adler wurden zahlreiche Bücher von Angelika Hager veröffentlicht.

Em. Prof. Dr. Rudolf Burger ist ein österreichischer Philosoph. Er leitete von 1973 bis 1990 die Abteilung für sozial- und geisteswissenschaftliche Forschung im Wissenschaftsministerium in Wien.1991 wurde er Vorstand der Lehrkanzel für Philosophie an der Universität für angewandte Kunst in Wien und leitete diese später von 1995 bis 1999 als Rektor. Seit 2007 ist Burger emeritiert. Burger hat zahlreiche Bücher und Schriften veröffentlicht und zählt zu den bekanntesten Philosophen im deutschsprachigen Raum.

Über die Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung"

Die Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung" repräsentiert eine überparteiliche Plattform, die sich gegen die ausufernde und übertriebene Fürsorglichkeit und Überregulierung eines bevormundenden Staates einsetzt und das Selbstbestimmungsrecht der Bürger verteidigt.

Die Forderungen der Initiative: Mündigkeit der Bürger respektieren, Pauschalverbote stoppen

Das eigenverantwortliche Handeln und Denken der Bürger wird durch Pauschalverbote unterbunden und die Freiheit eines jeden Einzelnen, selbstbestimmt sein Leben zu gestalten, verhindert. Aufgabe der Politiker ist es, Rahmenbedingungen für das gesellschaftliche Zusammenleben zu schaffen ohne vorzuschreiben, was gut oder schlecht für uns ist und unser Leben bis ins kleinste Detail zu regulieren. Die Initiative "Mein Veto! - Bürger gegen Bevormundung" fordert deshalb neben Respekt vor der Mündigkeit der Bürger, dem Ende von Pauschalverboten sowie der staatlichen Bevormundung auch ein Ende der Pseudopolitik.

Ziel der Initiative: Verbotsgesellschaft verhindern

Menschliches Verhalten kann nicht vollständig durch Gesetze geregelt werden. Davon sind auch 92 Prozent der Österreicher überzeugt. Ziel der Initiative ist es deshalb, zu verhindern, dass Pauschalverbote als Lösung für gesellschaftliche Belange zum Einsatz kommen. Sie tritt dafür ein, unsere individuelle Freiheit und Eigenverantwortung bei der Gestaltung von Gesetzten zu wahren. Die Initiative bietet den Bürgern eine Möglichkeit, sich aktiv gegen Bevormundung und Pseudopolitik zur Wehr zu setzen.

Mehr Informationen zur Initiative sowie die Möglichkeit sie durch die Unterzeichnung der Charta zu unterstützen und E-Mails an nationale sowie EU-Politiker zu schicken, finden Sie auf der Website www.meinveto.at

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