Neues Volksblatt: "Zwangstagsschule" von Markus EBERT

Ausgabe vom 29. August 2013

Linz (OTS) - Also doch: Die SPÖ will mit aller Gewalt in Österreich die "Zwangstagsschule" etablieren. Zuerst kündigte der Kanzler einen "Paukenschlag" diesbezüglich an - gemeint hat er mehr Geld für den Ausbau der verschränkten Ganztagsschule -, jetzt will die Unterrichtsministerin die Abstimmungshürde für deren Einführung senken. Aus ihrer Sicht aus gutem Grund, denn bisher stößt dieses Angebot auf mageres Interesse, keine zwei Prozent der AHS-Unterstufenschüler werden in dieser Form betreut. Was vielleicht auch kein Wunder ist, denn eines ist offenbar allen Beteiligten mit Ausnahme der SPÖ-Proponenten klar: Verschränkte Ganztagsschule heißt Schulbesuchspflicht bis zum letzten Glockenton, also in der Regel bis 16 oder 17 Uhr. Damit aber hat sich's mit vielen anderen Tätigkeiten, die SchülerInnen in ihrer Freizeit gerne unternehmen würden - vom Fußballverein bis zur Ballettstunde. Weshalb nicht von ungefähr die verschränkte Schulform in der Beliebtheit weit hinter der Schule mit Tagesbetreuung herhinkt. Übrigens: Selbst diese Form ist nicht der große Heuler, wie sich in OÖ zeigt, wo im abgelaufenen Schuljahr 227 Standorte genehmigt waren, aber nur an 181 Standorten beansprucht wurden. Warum man die Wahlfreiheit nehmen und Eltern, Schülern und Lehrern die Zwangstagsschule verordnen will, muss die SPÖ erklären. Klar aber ist: Zwang alleine macht die Schule noch nicht besser.

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