Bildung ist der Schlüssel zu erfolgreicher Integration

Alpbach (OTS) - Alev Korun (Integrationssprecherin, Die Grünen) und Sebastian Kurz (Staatssekretär für Integration, ÖVP) diskutierten beim 13. mc-Europafrühstück am 28. August 2013 unter der Moderation von Gustav Dressler (Generali Gruppe) über Integration.

In vielen Punkten - vor allem bei der Problemanalyse - sind sich Alev Korun und Sebastian Kurz einig: Frühförderung ist besser als nachträgliches Reparieren, Bildung ist der Schlüssel zu gelungener Integration und vieles funktioniert in Österreich besser als es in der Öffentlichkeit dargestellt wird.

Die Grünen fordern ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr, da bereits in den ersten Lebensjahren der Grundstein für einen erfolgreichen Bildungsweg gelegt wird. "Eine Verpflichtung zum zweiten Jahr geht natürlich Hand in Hand mit dem entsprechenden Angebot an Plätzen", so Korun. Für Sebastian Kurz ist ein verpflichtendes zweites Kindergartenjahr nur dann notwendig, wenn bei Kindern Defizite festgestellt werden. Kurz findet es interessant, dass für den Kindergarten in manchen Bundesländern bezahlt werden muss, eine universitäre Ausbildung in Österreich jedoch kostenlos ist.

In der Mehrsprachigkeit der Kinder mit Migrationshintergrund sehen beide eine große Chance, die für die wirtschaftlichen Beziehungen Österreichs von Vorteil sind. Korun fordert jedoch bereits in der Lehrerausbildung einen Schwerpunkt auf Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kompetenz. Unterschiedliche Meinungen zeigen sich bei der Debatte um die Gesamtschule: Korun betont, dass die Gesamtschule eine größere soziale Durchlässigkeit schafft und gleichzeitig auch die Volksschulen entlastet. Kurz stellt dem entgegen, dass nicht die Etikette entscheidend ist, sondern dass es ein breites Angebot an Schultypen geben muss, das auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingeht. Einig war man sich hingegen wieder im Punkt der Ganztagesbetreuung, speziell im urbanen Raum muss es mehr Angebote geben. Durch die Entflechtung des Kompetenzdschungels im Bildungsbereich könnte man Mittel freispielen, die - richtig investiert - den Kindern zugutekommen.

"Die Berichterstattung zum Thema Zuwanderung ist teils sehr skurril", so Kurz, "alles wird in einen Topf geworfen." Migration wird immer im Zusammenhang mit dem Thema Asyl behandelt, obwohl Asylwerber nur einen Bruchteil der Zuwanderung ausmachen. Korun will Asylverfahren beschleunigen und ein automatisches Bleiberecht für jene, deren Verfahren sehr lange gedauert hat. Kurz hingegen plädiert dafür, jeden Fall einzeln zu prüfen. "Asyl ist ein Menschenrecht. Österreich ist verpflichtet, jeden Verfolgten Schutz und Hilfe zu gewähren.", stimmten beide überein.

Der Wahlkampf spielt trotz Einigkeit in Grundsatzfragen eine Rolle. Korun prognostiziert den Grünen ein Ergebnis von 15 % oder mehr. Sebastian Kurz legt sich auf keine Prozentzahl fest, sieht jedoch gute Chancen für die ÖVP, wenn alle Stürmer in dieselbe Richtung spielen.

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