Spätfolgen von Hochwasser - Ein Ort steigt auf Erdgas um

Kössen (OTS) - Beim Jahrhunderthochwasser im Juni standen rund 350 Häuser im Tiroler Kössen bis zum Erdgeschoss unter Wasser. Die Schäden waren enorm. Besondere Probleme bereiteten aufschwimmende Heizöltanks und Pellets-Lager. Konsequenz für viele Einwohner: Sie steigen auf Gas um und sind damit Vorbild für viele andere Hochwassergeschädigte in Österreich.

In der vom Hochwasser heimgesuchten Tiroler Gemeinde Kössen standen bei der Jahrhundert-Flut Anfang Juni rund 350 Häuser bis zum Erdgeschoß im Wasser. Die Schäden waren enorm. Besondere Probleme bereiteten Heizöltanks und Pelletslager.

Da Öl leichter als Wasser ist, können bei Hochwasser Öltanks auf dem Wasser aufschwimmen. Etliche Heizöl-Tanks in Kössen wurden durch die Auftriebskräfte aus ihrer Verankerung gerissen. "Heizöl konnte ausfließen. Viele Wohnhäuser waren mit Heizöl kontaminiert", berichtet der Kössener Vizebürgermeister Herbert Exenberger.

Auch Holzpellets haben es bei Hochwasser in sich: Die in zylindrische Stäbchenform gepressten Holzreste sind zwar ein recht unkomplizierter Brennstoff, der neben dem Brennwert eine gute CO2 Bilanz aufweist. Sie lassen sich sehr gut in der Vorratshaltung einsetzen - "bis zu dem Moment, in dem Hochwasser in einen Pellet-Lagerraum eintritt. Dann haben sie die Eigenschaft, auf 1:6 aufzuquellen", sagt Dipl.-Ing. Marc H. Hall, Obmann Fachverband der Gas- und Wasserversorgungsunternehmungen. "Dabei wird chemische Energie in potenzielle Energie umgewandelt", sagt der Physiker und Autor populärwissenschaftlicher Literatur Werner Gruber: Aufquellende Pellets können Lagerwände wegsprengen.

Erste 100 steigen auf Gas um

Als Konsequenz aus dem Hochwasser sorgt der regionale Erdgas-Versorger TIGAS in Rekordzeit für eine Erschließung der Gemeinde Kössen mit Erdgas. In etwa zwei Monaten bekommen mehr als 100 Privathäuser und Gewerbebetriebe Erdgasanschlüsse und steigen auf den umweltschonenden und vor allem bei Hochwasser sicheren Energieträger Erdgas um. "In Summe verlegen wir von Anfang August bis Oktober rund fünf Kilometer Erdgasleitungen", sagt Dr. Philipp Hiltpolt, kaufmännischer Geschäftsführer von TIGAS.

Die Erschließungsleitung soll bis Herbst 2014 fertiggestellt werden. Bis dahin wird das Erdgasnetz in Kössen aus einer Tankanlage mit Erdgas (LNG) versorgt. Für den Transport in Tankfahrzeugen wird das Erdgas verflüssigt (LNG) und zur Einspeisung in das Erdgasnetz wieder in einen gasförmigen Aggregatzustand gebracht. Für den einzelnen Kunden bleibt diese zeitlich erforderliche Zwischenlösung ohne Auswirkungen oder Einschränkungen.

Hiltpolt weiter: "Vorrangig beginnen wir mit dem vom Hochwasser besonders betroffenen Ortsteil Erlau und dem Ortskern. Bereits mit der kommenden Heizperiode können die bereits angeschlossenen Haushalte und Gewerbebetriebe mit Erdgas versorgt werden."

Auswahl des optimalen Heizungssystems

Die Hochwasserkatastrophe in Kössen hat deutlich gezeigt, dass die Entscheidung für das jeweils bestgeeignete Heizungssystem von grundlegender Bedeutung ist.

"Bereits bei der Hochwasserkatastrophe im August 2005 in Wörgl haben sich Erdgas-heizungen bewährt", erinnert sich Hiltpolt an die dramatischen Ereignisse vor acht Jahren im Tiroler Unterinntal:
"Nahezu alle betroffenen nicht mit Erdgasheizungen ausgestatteten Objekte sind auch damals auf den hochwasserresistenten Energieträger Erdgas umgestellt worden."
Hall ergänzt: "Unternehmer und Haushalte, die sich in hochwassergefährdeten Gebieten niederlassen möchten, sollten bei der Auswahl des Heizungssystems die potentiellen Gefahren prüfen und mitberücksichtigen. Sofern in diesen Gebieten die Möglichkeit einer Gasheizung oder ein Anschluss an die Fernwärme besteht, sollten die Menschen jedenfalls umsteigen. Denn mit diesen Heizsystemen sind im Falle eines Hochwassers kaum Probleme verbunden."

Über Gas:

Gas nimmt in der umweltbewussten Energieversorgung eine Schlüsselrolle ein: Die Energie der Zukunft lässt sich effizient und komfortabel fürs Heizen, die Warmwasserbereitung, Kälte- und Stromerzeugung und als Kraftstoff für Automobile einsetzen. Gas ist auch eine erneuerbare Energiequelle, die ohne Feinstaub und Partikel verbrennt und damit ein emissionsarmer Energieträger. Gas eignet sich hervorragend als Ersatz für Energieträger wie Holz, Holzabfälle, Erdöl oder Kohle, die höhere Umweltbelastungen verursachen.

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