- 21.08.2013, 09:54:53
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Neue AK-Analyse zeigt: Mietern wird tief ins Geldbörsel gegriffen 1
Neue Mieter in Wiener Altbauten zahlten 2011 rund 21 Millionen Euro zu viel an Miete - AK analysierte Mikrozensus-Daten der Statistik Austria
Utl.: Neue Mieter in Wiener Altbauten zahlten 2011 rund 21 Millionen
Euro zu viel an Miete - AK analysierte Mikrozensus-Daten der
Statistik Austria =
Wien (OTS) - Die Vermieter kassierten 2011 bei MieterInnen kräftig
ab: Rund 21 Millionen Euro zahlten neue MieterInnen in Wiener
Altbauwohnungen zu viel an Miete. Der Grund: Unzulässige Aufschläge
zum Richtwertmietzins. Das zeigt eine aktuelle AK Analyse von
Mikrozensus-Daten der Statistik Austria zu den rund 14.700 Wiener
Richtwertmietverträgen aus dem Jahr 2011.
"Private Altbaumietwohnungen sind viel teurer als erlaubt, weil
das Richtwertmietsystem nicht funktioniert", resümiert Gabriele
Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik.
Die AK Analyse zeigt: Wer 2011 eine befristete private
Altbauwohnung, sehr gut ausgestattet (also Kategorie A), mit 60
Quadratmeter neu angemietet hat, zahlte durch-schnittlich 1.610 Euro
zu viel an Miete im Jahr. Der unzulässige Aufschlag zum
Richt-wertmietzins bei befristeten Verträgen beträgt durchschnittlich
satte 53 Prozent!
Was der Mietzins laut Mietgesetz ausmachen sollte, und was
Vermieter verlangten: 2011 betrug der Richtwert in Wien 4,91 Euro pro
Quadratmeter. Als durchschnittlich zu-lässiger Lagezuschlag wurden
0,63 Euro pro Quadratmeter ermittelt. Das ergibt für unbe-fristete
Verträge eine zulässige Nettomiete von 5,54 Euro. Befristete
Wohnungen sollten eigentlich billiger sein als unbefristete. Denn bei
befristeten Verträgen wäre noch der gesetzliche Abschlag von 25
Prozent abzuziehen, was als zulässige Nettomiete 4,16 Euro pro
Quadratmeter ergeben würde.
Aber: Tatsächlich verrechneten die Vermieter für befristete
Altbauwohnungen, Kategorie A, im Schnitt einen Nettomietzins von 6,37
Euro pro Quadratmeter - also um 53 Prozent mehr als erlaubt wäre. Für
unbefristete Verträge verlangten sie eine Nettomiete von 6,93 Euro -
das ist ein unzulässiger Aufschlag von 25 Prozent.
Im Jahr 2011 wurden rund 14.700 neue Mietverträge für
Altbauwohnungen der Kategorie A abgeschlossen, davon waren etwa 6.300
befristet. "Die Vermieter kassierten alleine bei neu abgeschlossenen
befristeten Mietenverträgen in Wien 2011 um rund zehn Millionen Euro
zu viel an Miete von den Mietern. Rechnet man noch die unbefristeten
Mietverhältnisse dazu, sind es sogar rund 21 Millionen Euro",
resümiert Zgubic. "Das zeigt einmal mehr, dass das Richtwertsystem
nicht funktioniert und zu intransparent ist. Bei befristeten
Verträgen wurde der gesetzliche Befristungsabschlag einfach
ignoriert", so Zgubic.
Auch eine jüngst präsentierte Studie des WIFO bestätigte: Den
Abschlag von 25 Pro-zent für befristet vergebene Wohnungen, wie das
im Mietrechtsgesetz vorgesehen ist, gibt es in der Praxis nicht.
Befristete Wohnungen sollten eigentlich billiger sein. Tatsächlich
sind sie aber laut WIFO österreichweit teurer als unbefristete.
(Forts.)
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