Mikl-Leitner zur Mindestsicherung: Die Menschen alleine zu lassen ist unsozial!

In keinem anderen Bundesland sitzen die Menschen so lange in der Mindestsicherung fest wie in Wien. ÖAAB fordert zusätzliche Maßnahmen für eine schnellere Integration in den Arbeitsmarkt.

Wien (OTS) - "Wir wollen einen modernen und verantwortungsvollen Sozialstaat, der den Menschen hilft, auf eigenen Beinen zu stehen. Unser soziales Handeln definiert sich als Hilfe und Unterstützung auf Zeit, denn wir wollen nicht, dass die Menschen auf Dauer vom Staat abhängig sind", so ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner bei der heutigen Pressekonferenz zum Thema Mindestsicherung.

Die Stadt Wien zeigt vor wie es nicht gehen soll: Die Kosten im Sozialbereich stiegen zwischen 2010 und 2012 von 280 auf 420 Millionen, die Anzahl der Bezieherinnen und Bezieher der Mindestsicherung explodierte seit der Einführung von 110.000 auf 160.000. "Das bedeutet, dass bereits jeder 10te in Wien Mindestsicherung bezieht. Besonders traurig ist, dass auch die Anzahl der arbeitsfähigen Bezieher massiv gestiegen ist. Und das, obwohl die Mindestsicherung als Sprungbrett zurück in die Erwerbsarbeit konzipiert wurde", so Mikl-Leitner über die Zustände in der Bundeshauptstadt.

"Mehr als 70 Prozent beziehen die Mindestsicherung länger als sieben Monate. In keinem anderen Bundesland sitzen die Menschen so lange in der Mindestsicherung fest wie in Wien. Das ist unsozial! Hier besteht akuter Handlungsbedarf. In Niederösterreich sind es im Vergleich nur 46%, in Tirol 37% und in Oberösterreich 59%. Das zeigt, Wien setzt die geringsten Anstrengungen, um die Menschen möglichst schnell wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren", betont die ÖAAB-Obfrau.

"In Wien fehlen faire Kontrollen der Anspruchsprüfung und die Akten werden schlampig geführt. Zu diesem Ergebnis kommt das Wiener Kontrollamt. Hier braucht es eine Systemänderung. Denn Kontrolle ist notwendig und bedeutet, die Menschen an der Hand zu nehmen, sie zu begleiten und ihnen zu helfen, am Arbeitsmarkt wieder fußfassen zu können. Hier benötigt es seitens der Stadt Wien zusätzliche arbeitsmarkt- und bildungspolitische Maßnahmen, um den Menschen einen guten Job zu ermöglichen. Denn die Betroffenen verdienen sich eine engmaschige und individuelle Begleitung", so Mikl-Leitner.

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