Neues Volksblatt: "Nächstenliebe" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 17. August 2013

Linz (OTS) - "Höchste Zeit für Nächstenliebe" und "Liebe deine Nächsten" - das plakatiert nicht etwa eine christliche Gruppe, um zu missionieren. Nein, damit geht die FPÖ auf Stimmenfang für die Nationalratswahl. Wobei die blaue Nächstenliebe nicht unbedingt biblisch zu verstehen ist. Denn Straches Nachsatz "... für mich sind das unsere Österreicher" zeigt, worauf die Freiheitlichen aus sind. Es ist ihr "bewährtes" Mittel für jeden Wahlkampf, wobei sie diesmal probieren, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:
Ausländer-Hetze und Retourkutsche für mahnende kirchliche Zeigefinger.
Doch irgendwie scheint die Rechnung nicht aufzugehen: Erstens haben sich die Österreicher wohl an geschmacklose FPÖ-Plakate gewohnt. Zweitens hat sich schon herumgesprochen, dass Integration wichtig ist, man muss es aber ernsthaft und richtig machen. Ausländer-Hetze bringt nichts, schon gar keine Mehrheiten. Drittens scheitert es an der Kommunikation. Während die Theologen mit Bibelzitaten versuchen, die FPÖ zu widerlegen, ist für Strache klar: "Wir führen keine theologische Debatte". Niemand habe die Deutungshoheit, wehrt sich der FPÖ-Chef gegen den Dialog. Und viertens eignet sich Jesus Christus leider nicht für einen Wahlkampf: "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen."

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