GÖD-BMHS-LehrerInnen: Offener Brief an BK Werner Faymann

Zuerst vor der eigenen Haustür kehren

Wien (OTS) - Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!

Wenn Sie schon die Pläne für eine Flexibilisierung der Arbeitszeit kritisieren und deshalb von Zynismus reden und Lohnkürzungen in Höhe von einer Milliarde beklagen, sollten Sie bedenken, dass Sie dies gerade beim neuen Lehrerdienstrecht planen. Ihr neues Lehrerdienstrecht sieht nämlich eine Jahresdurchrechnung der Arbeitszeit vor (für Bundeslehrer derzeit wöchentliche Durchrechnung), kennt keine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit (z.B. bei Sportwochen 24 Stunden Dienst pro Tag und das 7 Tage lang unbezahlt!) und für Bundeslehrer erhöhen Sie die monatliche Arbeitszeit um 40 Stunden (in Worten: vierzig Stunden)!! Zudem beabsichtigen Sie die Intensität der Arbeit massiv zu steigern, weil z.B. künftige Mathematik-, Deutsch-, Englischlehrer (u.a.) im BMH-Schulwesen wöchentlich statt derzeit 240 Schüler künftig 330 Schüler unterrichten, betreuen, bewerten und deren Arbeiten korrigieren sollen.

Doch Lehrer sind für Sie offensichtlich keine "arbeitenden Menschen" sondern nur Bundesbedienstete und Sie deren oberster Dienstherr. Als Dienstgeber ersparen Sie sich durch die Erhöhung und der Flexibilisierung der Arbeitszeit allein bei Bundeslehrern der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (minus 4.000 Arbeitsplätze bei vollständiger Umsetzung) nicht eine Milliarde, nicht zwei Milliarden, sondern rund 10 Milliarden Euro.

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Jürgen Rainer
Vorsitzender BMHS-Gewerkschaft
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst

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Jürgen Rainer, Tel.: 0664-4981430

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