FSG-Anderl: "Hände weg von der Flexibilisierung der Arbeitszeit!"

Jede geleistete Überstunde muss entlohnt werden, auch für Teilzeitbeschäftigte

Wien (OTS/FSG) - "Österreich liegt sowohl bei der kollektivvertraglich festgesetzten als auch bei der tatsächlich geleisteten wöchentlichen Arbeitszeit im EU-Spitzenfeld, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisten jährlich rund 300 Millionen Überstunden, von denen noch dazu ein Fünftel nicht entlohnt wird. Angesichts dieser Fakten kann die Forderung nach einer Ausweitung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden wohl nur aus skurril bezeichnet werden", kommentiert Renate Anderl, Frauenvorsitzende der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG) im ÖGB.++++
Frauen bekommen laut Statistik Austria 28,5 Prozent ihrer Mehrarbeit bezahlt, bei Männern sind es "nur" 19,5 Prozent. Gleichzeitig steige auch die Teilzeitarbeit kontinuierlich, davon betroffen seien wiederum besonders Frauen, die von diesen Arbeitsverhältnissen in vielen Fällen nicht profitieren, so Anderl weiter: "Auch in einer Teilzeitbeschäftigung sind natürlich Urlaubsentgelt, Krankenentgelt und die geleisteten Überstunden rechtlich und kollektivertraglich geregelt, wir wissen aber aus unserer Beratungstätigkeit, dass viele Arbeitgeber diese Arbeitsverhältnisse zum Senken der Lohnkosten missbrauchen. Die Arbeitgeber sind also dringend aufgefordert, den ArbeitnehmerInnen alles zu bezahlen, was ihnen zusteht." Außerdem fordert Anderl das "Aus" für den Durchrechnungszeitraum von drei Monaten für Teilzeitbeschäftigte: "Jede tatsächlich geleistete Überstunde muss entlohnt werden - auch für Teilzeitbeschäftigte!" Während die ÖVP in ihrem Wahlprogramm nicht nur die Flexibilisierung der Arbeitszeit, sondern auch die Liberalisierung des Arbeitsruhezeitgesetzes vorschlägt, habe Bundeskanzler Faymann diesen Forderungen heute erneut eine Absage erteilt, so Anderl abschließend:
"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind selbst in der Lage, zu beurteilen, wer auf ihrer Seite steht - wir sagen: Hände weg von der Flexibilisierung der Arbeitszeit!"

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