ÖGB-Präsident Foglar: Belastungen reduzieren - Arbeitszeit verkürzen

Abfuhr an Arbeitszeitflexibilisierung zulasten der Beschäftigten

Wien (OTS/ÖGB) - "Arbeit ist in Österreich ungleich verteilt: Die einen haben extrem lange Arbeitszeiten, andere arbeiten unfreiwillig Teilzeit mit oft nicht Existenz sichernden Einkommen, und viel zu viele haben gar keine Arbeit", sagt ÖGB-Präsident Erich Foglar zur aktuellen Diskussion über längere Arbeitszeiten. "Wir müssen die vorhandene Arbeit besser verteilen. Die Erhöhung der täglichen Höchstarbeitszeit auf zwölf Stunden ist wirtschafts- und sozialpolitischer Unfug, das würde die Arbeitslosigkeit erhöhen und die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen belasten."++++

"Die bessere Verteilung von Arbeit erreichen wir durch die Verkürzung der tatsächlichen Arbeitszeit, ausreichende Erholungsphasen und die bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, damit Menschen lange gesund in der Arbeit sind und Arbeit nicht krank macht", so Foglar. Skurril findet Foglar die Tatsache, dass die gleichen, die die Arbeitszeiten erhöhen wollen, gerne auch kritisieren, dass die Menschen zu früh in Pension gehen. "Diese Logik entzieht sich mir. Es liegt ja auf der Hand, dass überlange Arbeitszeiten wohl kaum gesundheitsförderlich sind."

Dem Argument, die Erhöhung der Arbeitszeit würde nur der Abdeckung von Auftragsspitzen dienen, kann der ÖGB-Präsident nicht folgen: "Ich hoffe ja doch, dass in den Firmen soweit betriebswirtschaftliche Kompetenz vorhanden ist, dass sie ihren Arbeitsaufwand übers Jahr gesehen planen können - und dass sie nicht auf Kosten der Beschäftigten und ihrer Gesundheit ständig Sonderschichten vorsehen müssen." Dem Ansinnen, auf Kosten der Beschäftigten, ihrer Einkommen und ihrer Gesundheit die Gewinne der Unternehmen zu erhöhen, erteilt der ÖGB-Präsident eine deutliche Abfuhr. "Wir arbeiten in Österreich hoch flexibel, wir sind EU-Spitze bei überlangen Arbeitszeiten. Zurück ins 19. Jahrhundert mit dem Zwölf-Stunden-Tag wird s mit den Gewerkschaften und dem ÖGB nicht geben."

Der ÖGB fordert:
o Arbeitgeber müssen einen Euro pro Überstunde einzahlen, je zur Hälfte an das AMS und ins Gesundheitssystem. Das Ziel: weniger Überstunden, mehr Geld für die Behebung gesundheitlicher Schäden. o Arbeitszeitverkürzung: Verkürzung der Normalarbeitszeit sowie der höchstzulässigen Tages- und Wochenarbeitszeit. Dabei müssen die Kaufkraft und damit der Lebensstandard der ArbeitnehmerInnen gesichert bleiben.
o Die sechste Urlaubswoche muss für alle ArbeitnehmerInnen leichter erreichbar sein - unabhängig davon, ob sie jahrelang in derselben Firma arbeiten.

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