Steinbichler: "Kommunalkredit - weiterhin kompetenter Partner im kommunalen Infrastrukturbereich"

Kommunalkredit Austria veröffentlicht das Halbjahresergebnis 2013

Wien (OTS) -

  • ao Hauptversammlung beschließt Umsetzung der Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission
  • Halbjahresergebnis durch resultierende Einmaleffekte sowie aus Verzinsung der Besserungsscheinforderung wesentlich beeinträchtigt
  • Halbjahresergebnis vor Steuern EUR -5,6 Mio.; bereinigt um Sondereffekte EUR 18,3 Mio. positiv
  • Halbjahresergebnis nach Steuern EUR -16,8 Mio., bereinigt um Sondereffekte EUR 13,8 Mio. positiv

Die heutige ao Hauptversammlung der KA hat entsprechend der Mitteilung der Kommunalkredit vom 16.5.2013 und 19.7.2013 die Umsetzung der Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission (EK) vom 19.7.2013 beschlossen. In Erfüllung der Abänderungsentscheidung wird:

  • die Kommunalkredit kein neues aktivseitiges Finanzierungsgeschäft tätigen
  • die Kommunalkredit sämtliche bestehende Transaktionen sowie zugesagte, aber nicht ausbezahlte Kredite sowie in Angebotsphase befindliche Finanzierungen vertragsgemäß bis zu den vereinbarten Fälligkeiten vollständig bedienen
  • die Kommunalkredit sich weiterhin aus eigener Kraft refinanzieren, inklusive bestehendem Kundeneinlagegeschäft sowie Kapitalmarkttransaktionen
  • die Kommunalkredit die Aktivitäten ihrer Tochtergesellschaften, inklusive der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) sowie der Kommunalnet, weiterführen
  • die Kommunalkredit das bestehende Beratungsgeschäft insbesondere im Infrastrukturprojektbereich weiterführen und ausbauen
  • Teilprivatisierungen der Kommunalkredit sind weiterhin möglich.

Ausgangspunkt für die Abänderungsentscheidung der EK war der im Mai 2013 abgebrochene Privatisierungsprozess der KA; eine für die Aktionäre, i. e. schlussendlich die Steuerzahler, wertwahrende Veräußerung war aufgrund der derzeitigen Marktgegebenheiten nicht möglich. Um von der Bestellung eines Verwertungstreuhänders absehen zu können, hat die Republik Österreich am 16.5.2013 bei der EK beantragt, im Gegenzug das Kreditneugeschäft der KA einzustellen. Die Bestellung eines Verwertungstreuhänders war grundsätzlich aus der Restrukturierungsentscheidung der EU vom 31.3.2011 möglich; dieser hätte die Veräußerung der Bank ohne weiteren Einfluss der Republik Österreich vorzunehmen, was ebenso weder im Interesse der Eigentümer noch der Bank lag. Am 19.7.2013 hat die EK im Sinne des Angebots der Republik Österreich und im Rahmen der obigen Parameter entschieden. Zweck der Entscheidung war die beihilfenrechtliche Bereinigung einer möglichen Wettbewerbsbeeinträchtigung aus geflossener Staatshilfe in der Restrukturierung der vormaligen Kommunalkredit. Die Ursache der Abänderungsentscheidung beruht ausschließlich auf dem Privatisierungszeitpunkt der EK in der Entscheidung vom 31.3.2011. Die Ursache lag nicht im Geschäftsgang der Bank; die KA hat, mit Ausnahme der Privatisierung, sämtliche Auflagen der EK aus dem Restrukturierungsprogramm ausnahmslos und ohne jeglichen Einwand der EK erfüllt. Die KA agierte seit der Restrukturierung im Jahr 2009 ohne öffentliche Unterstützung und war unabhängig auf dem freien Markt aktiv.

"Die Abänderungsentscheidung der EK bietet der KA, aber auch ihren Kunden, trotz der Einstellung neuer Finanzierungen, weiterhin wichtige Chancen", so Vorstandsvorsitzender Mag. Alois Steinbichler. "Über die bestehenden Finanzierungstransaktionen im Ausmaß von rund EUR 10,2 Mrd. sowie die Beratungsaktivitäten bleibt die KA ihren Kunden im kommunalen Infrastrukturbereich weiterhin verbunden. Die bestehenden Aktivitäten der KPC werden weitergeführt. Die weiterhin mögliche Teilprivatisierung der Bank bietet zusätzliche Chancen für die Bank und die Eigentümer."

Geschäftsverlauf erstes Halbjahr 2013

Das Halbjahresergebnis war von drei wesentlichen Sondereffekten im Ausmaß von EUR 33,2 Mio. geprägt, sodass bei stabilem Verwaltungsaufwand das Periodenergebnis vor Steuern mit EUR -5,6 Mio. bzw. nach Steuern mit EUR -16,8 Mio. negativ war (HJ 2012: EUR 16,3 Mio. bzw. EUR 12,3 Mio. positiv). Bereinigt um die Sondereffekte betrug das Periodenergebnis vor Steuern EUR 18,3 Mio., 12,2 % über der Vergleichsperiode des Vorjahres; nach Steuern betrug das bereinigte Periodenergebnis EUR 13,8 Mio. oder 12,3 % über dem Vorjahresergebnis. Die Sondereffekte waren:

- EUR -19,7 Mio. negativer Einmalzinseffekt aus der mit 0,5 % marktkonform verzinsten Stundung der Besserungsscheinforderung an die Republik Österreich im Vergleich zum 4,3 % Kosten der am 8.7.2013 getilgten staatsgarantierten Besserungsscheinanleihe. Zudem war die Nettozinsmarge aufgrund des offenen Privatisierungsverfahrens und daraus resultierendem erschwerten Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt belastet.

- EUR -9,3 Mio. negativer Effekt aus der Abschreibung des aktivierten steuerlichen Verlustvortrages, bedingt durch die Abänderungsentscheidung der EK.

- EUR -4,2 Mio. negativer Effekt aus pflichtgemäßer erstmaliger Bewertung von Derivaten gemäß IFRS 13 (Bilateral Credit Valuation Adjustment (BCVA)) sowie der Anpassung der Diskontierungsfaktoren für Zinsderivate auf die Overnight Index Swap-Kurven (OIS) anstelle der bisher marktüblichen LIBOR-Kurven.

Diese Einmaleffekte werden sich im 2. Halbjahr bzw. im Jahr 2014 nicht wiederholen. Im 2. Halbjahr 2013 werden die negativen Einmaleffekte jedoch nicht völlig kompensiert werden, sodass 2013 insgesamt mit einem gegenüber dem Halbjahr verbesserten, aber in Summe negativen Ergebnis gerechnet wird. Bei stabilen Planungsparametern werden ab 2014 wieder positive IFRS-Jahresergebnisse erwartet.

Im ersten Halbjahr 2013 wurden EUR 60,5 Mio. an Finanzierungen ausbezahlt. Des Weiteren bestehen offene Kreditzusagen im Ausmaß von EUR 232,6 Mio. Im Neugeschäft wurde im ersten Halbjahr 2013 im Hinblick auf den offenen Privatisierungsprozess, die daraus resultierende Belastung in der Refinanzierung sowie die ausstehende Abänderungsentscheidung der EK zum Restrukturierungsplan vom 31. März 2011 zurückhaltend agiert.

Im Geschäftsbereich Förderungsmanagement und Beratung wurden im ersten Halbjahr 2013 Förderungsmittel des Bundes und von Bundesländern in Höhe von EUR 189 Mio. für mehr als 12.000 Umwelt-und Klimaschutzprojekte vergeben. Den Projekten liegt ein Investitionsvolumen von EUR 1,3 Mrd. zugrunde. Dies ist besonders für die konjunkturelle Entwicklung auf regionaler und lokaler Ebene relevant, da die Umsetzung der geförderten Maßnahmen vor allem durch lokale und regionale Unternehmen erfolgt.

Bilanzstruktur und Ertragslage

Die IFRS-Bilanzsumme der KA-Gruppe betrug zum 30. Juni 2013 EUR 14,6 Mrd. und hat sich gegenüber 31. Dezember 2012 (EUR 15,9 Mrd.) v. a. in Folge von planmäßigen Tilgungen von Darlehen und Wertpapieren sowie aus aktiven Maßnahmen zur Verbesserung der Bilanzstruktur um 8,0 % reduziert.

Die Konzerneigenmittel nach BWG beliefen sich auf EUR 384,6 Mio. (31.12.2012: EUR 397,6 Mio.), bei einem Konzernkernkapital von EUR 282,0 Mio. (31.12.2012: EUR 281,8 Mio.). Die risikogewichteten Aktiva bezogen auf das Kreditrisiko betrugen zum 30.6.2013 EUR 1.905,1 Mio. (31.12.2012: EUR 2.164,1 Mio.). Unter Berücksichtigung der sonstigen unterlegungspflichtigen Risken (Markt- und operationelle Risken) ergab sich eine Eigenmittelquote von 18,6 % und eine Kernkapitalquote von 13,7 % (31.12.2012: 17,4 % bzw. 12,3 %). Das IFRS-Eigenkapital der KA betrug zum 30.6.2013 EUR 288,2 Mio. (31.12.2012: EUR 288,4 Mio.). Die KA verfügt damit über eine sehr solide Eigenmittelausstattung und kann die zum 1.1.2014 geltenden Parameter für Basel III vollständig erfüllen.

Die Refinanzierung der KA erfolgte auch im 1. Halbjahr 2013 ohne staatliche Unterstützung auf dem freien Markt. Eine EUR 1,0 Mrd. staatsgarantierte Anleihe, welche die KA in Durchleiterfunktion im Rahmen der Besserungsscheinstruktur im Jahr 2009 begeben hat, wurde am 8. Juli 2013 plangemäß ohne Garantiebeanspruchung getilgt; somit hat die KA keinerlei verbleibenden Bezug zur Besserungsscheinstruktur der KF. Die Bilanzsumme verkürzt sich infolge dieser Tilgung um EUR 1,1 Mrd.

Kreditqualität

Die KA hat zum Halbjahr keine überfälligen Kredite und verfügt bei einem Non-Performing Loan (NPL)-Ratio von 0,0 % über eine ausgezeichnete Kreditqualität. Das Portfolio ist durch eine breite Kundenbasis im öffentlichkeitsnahen Sektor gekennzeichnet. Insgesamt beträgt der Anteil österreichischer Gebietskörperschaften und öffentlichkeitsnaher Kunden am Gesamtportfolio 61 %; weitere 24 % entfallen auf ausländische Gebietskörperschaften und öffentlichkeitsnahe Kunden im Wesentlichen in anderen EU-Staaten sowie in der Schweiz.

Ertragslage

Das Zinsergebnis war mit EUR -7,5 Mio. (HJ 2012: EUR 27,2 Mio.) aufgrund der dargelegten Einmaleffekte negativ.

Das Provisionsergebnis von EUR 7,5 Mio. (HJ 2012: EUR 7,5 Mio.) war im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 im Wesentlichen unverändert und reflektierte vor allem die Umsatzerlöse aus dem Förderungs- und Beratungsmanagement.

Das Handels- und Bewertungsergebnis war mit EUR 15,6 Mio. (HJ 2012: EUR 10,9 Mio.) positiv. Negative Einmaleffekte von EUR 4,2 Mio. resultierten aus der erstmaligen pflichtgemäßen Anwendung von IFRS13 sowie aus der Bewertungsumstellung auf OIS-Zinskurven. Positive Effekte ergaben sich vor allem aus der vorzeitigen Tilgung von Eigenemissionen und der Realisierungen von Wertpapieren, Darlehen und Derivaten (EUR 12,6 Mio.); weiters waren Bewertungen des Fair Value-Bestandes positiv (EUR 3,3 Mio.).

Der Verwaltungsaufwand zum Halbjahr lag bei EUR 22,9 Mio. und war gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres unverändert (HJ 2012:
EUR 22,9 Mio.).

Die im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesene Stabilitätsabgabe an die Republik Österreich ("Bankensteuer") basiert auf der Bilanzsumme per 31.12.2010 und betrug für das erste Halbjahr 2013 EUR 4,6 Mio. (HJ 2012: EUR 4,6 Mio.). Bisher hat die KA in Summe EUR 21,3 Mio. an Stabilitätsabgabe geleistet.

UGB/BWG

Die Bilanzsumme der KA auf Einzelbasis nach UGB/BWG lag zum 30.6.2013 bei EUR 12,9 Mrd. (31.12.2012: EUR 13,7 Mrd.); das Periodenergebnis betrug nach Teilauflösung der allgemeinen Risikovorsorge nach § 57(1) BWG in Höhe von EUR 13,2 Mio., wie im Vorjahr EUR 0,0 Mio. Das Betriebsergebnis war mit EUR -24,9 Mio. negativ (HJ 2012: EUR 19,3 Mio.). Der Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 ergab sich aus den auch nach UGB anfallenden negativen Einmaleffekten im Nettozinsergebnis (Besserungsscheinverzinsung sowie Refinanzierungskosten). Zudem bestand im Vorjahr ein positiver Effekt von EUR 9,4 Mio. aus einer Ausschüttung der Kommunalkredit Beteiligungs- und Immobilien GmbH (KBI), die als 100-%-Tochter der KA die eigengenutzten Immobilien und Beteiligungen der KA hält. Die allgemeine Risikovorsorge nach § 57 Abs. 1 BWG beträgt nach der vorgenommenen Teilauflösung zum 30.6.2013 EUR 29,5 Mio.

Ausblick

Die Abänderungsentscheidung der Europäischen Kommission (EK) bzgl. der Einstellung des Neufinanzierungsgeschäfts hat wesentliche Auswirkungen auf die zukünftige Ertragsstruktur der KA, da im Zins-und Provisionsergebnis die Ertragskomponenten aus dem aktivseitigen Neugeschäft fehlen werden. Trotzdem wird die KA bei stabilen Planungsparametern in der zukünftigen Gestionierung keine staatliche Liquiditäts- oder Kapitalunterstützung beanspruchen; im Bedarfsfall wäre dies jedoch ohne weitere Beihilfegenehmigungen seitens der EK möglich. Aufgrund der starken Ausgangsbasis wird die KA weiterhin über eine solide Kapitalbasis verfügen, welche auch den Basel III-Anforderungen ab Einführung am 1.1. 2014 entsprechen wird.

In ihrer zukünftigen Geschäftsaktivität wird die KA einen vermehrten Schwerpunkt auf die Beratung in der Strukturierung, Vermittlung und Umsetzung kommunaler und infrastrukturnaher Projekte legen. Projektlösungsansätze gewinnen angesichts weiterhin angespannter öffentlicher Haushalte und diesbezüglicher eingeengter Verschuldungsgrenzen zunehmend an Bedeutung, um Infrastrukturvorhaben im öffentlichen und öffentlichkeitsnahen Bereich zu realisieren. Über Beratungsdienstleistungen sowie die Fortführung und Betreuung der bestehenden Finanzierungstransaktionen im Ausmaß von rund EUR 10,2 Mrd. bleibt die KA ihren Kunden im kommunalen sowie Infrastrukturerrichtungs- und Betreibungssektor weiterhin verbunden.

Für das Jahresergebnis 2013 insgesamt wird mit positiven Aufholungseffekten im zweiten Halbjahr gerechnet. Diese werden jedoch die geschilderten negativen Einmaleffekte aus dem 1. Halbjahr nicht völlig kompensieren, sodass insgesamt mit einem verbesserten aber noch negativen Konzernjahresergebnis gerechnet wird. Nach Wegfall der Sondereffekte 2013 werden ab 2014 wieder positive IFRS-Ergebnisse erwartet.

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