Korun: RWR-Karte scheitert an den eigenen Hürden

Grüne: Lebensnahe Anforderungen und branchenübliches Entgelt statt starrer Hürden

Wien (OTS) - "Dass die Rot-Weiß-Rot Karte keinen nennenswerten Zulauf an hochqualifizierten Arbeitskräften ins Land gebracht hat, ist keine große Überraschung. Die Regierung hat sich zwar bei der Verabschiedung der Karte einen Erfolg versprochen, aber schon damals mahnten wir, dass das Modell an den Lebensrealitäten von hochqualifizierten Menschen vorbeigeht", sagt die Grüne Integrationssprecherin Alev Korun. So sendet die Regierung in ihrer Zuwanderungspolitik starke abweisende Signale - im Falle der RWR Karte sind das Hürden, wie zum Beispiel die rigiden, zu hohen Einkommensanforderungen für JungakademikerInnen, das Festhalten an dem Mindestgrad "Magister" statt dem BA oder aber auch das krampfhafte Festhalten an Deutschverpflichtungen für einen Daueraufenthalt. "Würden Sie als jemand, der sich die Jobs weltweit aussuchen kann, dann gerade diesen Hürdenlauf in Österreich wählen?", fragt Korun.

"Diese für ÖVP und SPÖ typische unausgegorene, bisherige Lösung ist weder lebensnah noch zukunftsweisend. Wir brauchen eine Reform, die sich zu lebensnahen Bestimmungen bekennt und damit jungen, engagierten Leuten das Signal gibt, dass sie willkommen sind. Das wird nur glaubhaft vermittelt werden können, wenn man einen Blick auf die realen Lebenswelten der Zuziehenden riskiert. Das heißt:
Einkommensvoraussetzungen für die RWR Karte orientieren sich an dem branchenüblichen Entgelt (bei AbsolventInnen, dem branchenüblichen Entgelt für BerufseinsteigerInnen). Alles andere ist an der Realität vorbeigedacht", erklärt die Grüne.

Auch die Deutschkenntnisse sollten je nach Lebensumstand gelten - von einem Manager, der Englisch als Arbeitssprache und lange Arbeitstage hat, zu erwarten, dass er nebenher auf B1 Niveau Deutsch lernt, zeigt, dass das Gesetz vom Schreibtisch aus entworfen wurde. Ebenfalls sollte sich die Regierung einmal überlegen, ob das Klima, das durch die derzeitige Defizit-Debatte im Bereich Migration und Zusammenleben herrscht, nicht im engen Zusammenhang mit der mangelnden Zuwanderung von Hochqualifizierten steht.

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