Arbeitszeitflexibilisierung bedeutet hohe und sichere Beschäftigung

WKÖ-Gleitsmann: Belastungsideen gefährden gute Arbeitsmarktlage

Wien (OTS/PWK564) - "Flexible Arbeitszeiten sichern die hohe Beschäftigung in Österreich und nützen somit Unternehmen und Mitarbeitern", begründet Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), den Wunsch der Wirtschaft nach flexibleren Arbeitszeiten und verweist dabei auf die Erfahrungen aus dem Krisenjahr 2009. Während 2009 die Wirtschaft um 3,9 Prozent eingebrochen ist, ging die Zahl der Beschäftigten nur um 1,4 Prozent zurück, weil die Unternehmen damals nicht mit Kündigungen, sondern mit einem Abbau von Überstunden, einer Verringerung bzw. Durchrechnung von Arbeitszeit, Urlaubskonsum etc. reagiert haben.

Auch in Deutschland hat Flexibilität das Arbeitsmarktwunder während und nach der Krise ermöglicht. "Eine staatlich verordnete Umverteilung von Arbeitszeit funktioniert hingegen nicht", verweist Gleitsmann auf die Erfahrungen mit der 35-Stunden-Woche in Frankreich.

"Niemand fordert, dass Arbeitnehmer 12 Stunden arbeiten sollen. Doch es gibt Fälle - etwa wenn der Arbeitnehmer im Rahmen von Gleitzeit seine Arbeitszeit selbst bestimmen kann - wo mehr Spielraum sinnvoll ist und nicht zu Strafen führen soll", stellt Gleitsmann klar.

"Die Politik feiert sich, wenn die Unternehmen trotz Konjunkturschwäche monatlich neue Jobs schaffen. Doch wenn die zu Wahlkampfzwecken geborenen Belastungsideen - Überstundenabgabe, 6. Urlaubswoche, neue Lohnnebenkosten, noch mehr Regulierung im Arbeitsrecht - umgesetzt werden, wird es mit dem Feiern bald vorbei sein", warnt Gleitsmann.

Bezüglich der Rot-Weiß-Rot-Karte erinnert Gleitsmann daran, dass nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Universitäten bestätigen, dass die Hürden für qualifizierte Zuwanderer immer noch zu hoch sind. "Statt der Dramatisierung rund um die Arbeitswelt brauchen wir mehr Sachlichkeit und Ausgewogenheit." Gleitsmann verweist in dem Zusammenhang auf die aktuelle EU-Erhebung "European Working Conditions Survey", wonach Österreich bei der Arbeitszufriedenheit unter 34 untersuchten Ländern auf Platz 5 liegt. (SR)

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