AK zu Sozialwirtschaft: Investitionen in den Sozialstaat rechnen sich

Jährlich 100 Millionen Euro für Kinderbetreuung plus Kofinanzierung brächten 30.000 neue Arbeitsplätze

Wien (OTS) - "Mehr Geld für gute Kinderbetreuung von der Krippe über den Kindergarten bis zur Schule am Nachmittag, mehr Geld für gute Pflegeangebote wie Heimhilfe, Essen auf Rädern, Tagesbetreuung sind dringend nötig, um Österreich für die Zukunft fit zu machen", sagt Ingrid Moritz, Leiterin der AK Abteilung Frauen und Familie zu den heute präsentierten Forderungen des Verbandes der Sozial- und Gesundheits-unternehmen. Fehlende Angebote etwa bei der Kinderbetreuung und in der Pflege sind eine wichtige Ursache dafür, dass insbesondere Frauen nicht erwerbstätig sein können oder oft nur in geringerem Ausmaß, als sie es wünschen. Insbesondere im ländlichen Raum fehlt es an ausreichenden Angeboten für soziale Dienstleistungen. Die AK fordert daher, dass 25 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds ELER für soziale Dienstleistungen wie Kinderbetreuung, Pflege oder Mobilität im ländlichen Raum verwendet werden. Das wäre 1 Milliarde Euro. "Investitionen in den Sozialstaat rechnen sich", betonte Moritz.

Am Beispiel der Kinderbetreuung hat die AK vorgerechnet, dass sie sich auszahlt: Wenn jährlich 100 Millionen Euro in den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen gesteckt werden und es eine Kofinanzierung in gleicher Höhe durch die Länder und Gemeinden gibt, können in vier Jahren 35.000 zusätzliche Betreuungsplätze für Kleinkinder geschaffen werden. Die Öffnungszeiten bei 70.000 bestehenden Plätzen könnten verlängert und in den Krippen mehr pädagogisches Personal beschäftigt werden.

Das bringt in der Kinderbetreuung sowie durch Wegfall von Beschäftigungshemmnissen selbst bei nur moderatem Wirtschaftswachstum zumindest 30.000 zusätzliche Beschäfti-gungsverhältnisse. Durch die zusätzlich Beschäftigten würden über direkte Lohnabgaben (Steuern, Sozialversicherung und Lohnsummenabgaben) beträchtliche Mittel an die öf-fentliche Hand zurückfließen. Unter der zusätzlichen Berücksichtigung von Einsparungen in der Arbeitslosenversicherung ergeben sich bereits ab dem fünften Jahr nach dem Beginn der Investitionsaktivitäten Mehreinnahmen im Vergleich zu den laufenden Kosten.

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