AK warnt vor Preistreiberei bei Milch

Ankündigungspolitik für Preiserhöhungen durch Obmann der Milchverarbeiter wettbewerbsrechtlich bedenklich - BWB muss Molkereien, Handel und Milchpreis verstärkt beobachten

Wien (OTS) - "Teuerungs-Ankündigungen sind wettbewerbsrechtlich sehr bedenklich", kritisiert AK Wettbewerbs-Experte Roland Lang. Kärntnermilch-Chef und Obmann der Ver-einigung Österreichischer Milchverarbeiter Helmut Petschar kündigte an, dass in rund zwei Wochen der Milchpreis um rund fünf bis zehn Cent pro Liter auch für die Konsumenten steigen wird. Die AK ist mehr als verwundert: Woher weiß er das schon? Gerade wenn der Obmann der Milchverarbeiter solche Teuerungs-Ankündigungen macht, würde das für die AK stark nach abgestimmtem Verhalten und somit Preisabsprachen riechen. Überdies können solche Ankündigungen auch Auswirkungen auf andere Molkereien haben. Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB)muss rasch ein Monitoring bei Milch und Molkereiprodukten durchführen, verlangt die AK. Auch die AK wird die Preise verstärkt im Auge behalten.

Der Obmann der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter und Chef der Kärnt-nermilch, Helmut Petschar, hat in Pressemeldungen angekündigt, dass der Milchpreis in den nächsten Wochen aufgrund der Trockenheit und mangels Weidefutter steigen wird - seit Juli würden die Milchbauern von der Molkerei 43 Cent pro Liter erhalten, das seien um 3,5 Cent mehr. In rund zwei Wochen werde der Milchpreis auch im Verkaufsregal steigen, hier sogar um fünf bis zehn Cent pro Liter.

Die AK sieht diese Ankündigung mehr als kritisch. "Das kann auch die anderen Molke-reien zu einem gleichen Verhalten bewegen und letztlich den Wettbewerb beschränken", so Lang. Freilich kann die Kärntnermilch mit ihren Lieferanten Preiserhöhungen ausver-handeln. Aber die Aussage, dass Preiserhöhungen in einem noch höheren Ausmaß an die KonsumentInnen über den Lebensmitteleinzelhandel weitergegeben werden, ist ge-rade vom Obmann der Österreichischen Milchverarbeiter mehr als bedenklich. Denn es obliegt noch immer dem Handel, ob mögliche Preisforderungen der Kärntnermilch bei den einzelnen Lebensmittelhandelsunternehmen überhaupt durchsetzbar sind und folglich auch Auswirkungen auf die Konsumentenpreise haben.

Die AK wird die Bundeswettbewerbsbehörde in einem Brief auffordern, rasch ein Moni-toring für Milch und Molkereiprodukte durchzuführen. Den Unternehmen dieser Branche muss jetzt verstärkt auf die Finger geschaut werden und gleichförmiges Verhalten der Milchbranche muss sofort aufgedeckt und abgestellt werden. "Gerade die Nahrungsmit-telbranche sollte aus den letzten Kartellentscheidungen gelernt haben und das Wettbe-werbsrecht ernst nehmen", so Lang.

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