Hundstorfer: Arbeitszeitflexibilisierung bedeutet höhere tägliche Arbeitszeit und gesundheitliche Nachteile für die Arbeitnehmer

RWR-Card - es gibt keinen Mangel an hochqualifizierten Zuwanderern - 2012 knapp 12.000 Akademiker zugewandert - vor allem aus der EU

Wien (OTS/SK) - "Arbeit von der man leben kann - das ist der grundlegende Gedanke sozialdemokratischer Politik. Alles, was man in den letzten Tagen von der ÖVP gehört hat, widerspricht diesem Gedanken", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer Donnerstag. Die ÖVP-Slogans "Entfesselung der Wirtschaft" oder "Arbeitszeitflexibilisierung" seien bloß die schöngeredete Ummantelung einer arbeitnehmerfeindlichen Politik. "Arbeitszeitflexibilisierung nach ÖVP-Lesart bedeutet, dass die Arbeitnehmer bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten müssen, dass sie ihren Zeitausgleich nicht möglichst rasch, sondern irgendwann innerhalb von zwei Jahren abbauen können und dass sie letztendlich auch um ihre Überstundenzuschläge umfallen können", so Hundstorfer. Österreich zählt jetzt schon zu den Ländern in Europa, wo am meisten Überstunden gemacht werden. Arbeitnehmer, die regelmäßig Überstunden machen müssen, leiden verstärkt unter gesundheitlichen Problemen. Ziel müsse es sein, Überstunden abzubauen und nicht durch 12-stündige Arbeitstage noch zu erhöhen", so Hundstorfer. ****

"Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung war und ist es, das tatsächliche Pensionsantrittsalter an das gesetzliche Antrittsalter anzunähern. Mit einer täglichen Höchstarbeitszeit von 12 Stunden werden wir dieses Ziel sicher nicht erreichen, da durch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Zahl der Invaliditätspensionen wieder steigen würde", sagte Hundstorfer. Untersuchungen wie der Arbeitsklimaindex zeigen, dass die Menschen weniger Überstunden machen wollen, selbst wenn sie dadurch Lohneinbußen haben. "Es kann nicht angehen, dass manche bis zum Umfallen arbeiten sollen und andere arbeitslos bleiben", sagte der Minister. Daher müsse man in die andere Richtung gehen - Überstunden abbauen, Arbeit besser verteilen, All-In-Verträge transparenter gestalten, unterstrich Hundstorfer.

Auch auf einem anderen Feld verhalte sich die ÖVP ebenfalls zunehmend arbeitnehmerfeindlich - nämlich bei der Rot-Weiß-Rot-Card. Hier fordert die Volkspartei immer wieder eine Herabsetzung der Einstiegsgehälter für Studienabsolventen aus Drittstaaten, da diese zu hoch seien und für die Wirtschaft nicht zu bezahlen. So sind der ÖVP offensichtlich 1.400 Euro netto für Akademiker zu viel. "Wir haben jedoch keinen eklatanten Fachkräftemangel, wie von der ÖVP dargestellt. Im Jahr 2012 sind netto knapp 12.000 Akademiker zugewandert; zwei Drittel davon aus der EU, die keine RWR-Card benötigen. Außerdem werden 50 Prozent der Zuwanderer mit mittlerer oder höherer Ausbildung deutlich unter ihrer Qualifikation als Anlern- oder Hilfskraft beschäftigt. Es stellt sich daher die Frage, ob es der ÖVP nicht vielmehr um ein Lohndumping letztlich auch zu Lasten einheimischer Arbeitnehmer geht", fragt sich der Sozialminister abschließend. (Schluss) ah/mp

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