Transportwirtschaft: Transparente Kostendiskussion zum Produktionsstandort nötig

Branche verweist auf Studien -Weitblick statt Schröpfen nötig

Wien (OTS/PWK563) - "Vernachlässigung einer vorausschauende
Planung von Lieferverkehren bzw. Firmenansiedlungen an verkehrstechnisch günstigen Lagen hat eine Lawine an regionalen Einzelverkehrsbeschränkungen und Fahrverboten losgetreten", so Alexander Klacska Obmann der Bundessparte Transport Verkehr der Wirtschaftskammer Österreich. Fehlender Weitblick kostet der Transportwirtschaft Unsummen und verteuert unsere heimische Produktion und Lebenshaltungskosten.

Eine stetig wachsende Anzahl an unkoordinierten Fahrverboten verursachen enorme Mehrkosten und einen zusätzliche CO2 Ausstoß. Wie die WU im Auftrag der WKÖ errechnet hat, belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten für Umwegverkehre auf 215 bis 285 Mio. Euro. Der CO2-Ausstoß durch Umwegverkehre liegt zwischen 375.000 und 500.000 t pro Jahr -Verkehre nicht österreichischer Unternehmen sind hier noch gar nicht eingerechnet, so der Branchensprecher.

Auch auf betrieblicher Ebene entstehen erhebliche Kosten durch Fahrverbote: Je 1,2 Euro pro Kilometer fallen in den Unternehmen an. Das ergibt 1.800 bis 2.400 Euro pro Fahrzeug und Jahr an Zusatzkosten allein durch die Umwegverkehre. "Das führt dazu, dass viele Betriebe nicht mehr mithalten können und aufgeben müssen", so Albert Moder, stellvertretender Fachverbandsobmann des Güterbeförderungsgewerbes der WKÖ.

Es besteht zwar die Hoffnung, dass der Bund im Rahmen der Neuerstellung des Gesamtverkehrplanes hier die Themenführerschaft und Verantwortung wahrnimmt und zukünftig stärker eingreifen wird. Ein Umdenken ist aber auch bei den jeweiligen planenden und ausführenden Körperschaften nötig. Oder ist es verständlich, dass auf der Zufahrtsstrasse zum Wiener Hafen im Gewerbegebiet Wohnblöcke errichtet werden? Eine Diskussion über Verkehrseinschränkungen und Unzufriedenheit sind vorprogrammiert, gibt Klacska zu bedenken.

ASFINAG-Überschuss zu Schuldentilgung und Infrastrukturausbau verwenden

Unverständlich ist auch, dass der stolze Jahresüberschuss der ASFINAG von 471 Millionen Euro nicht zu 100% zur Schuldentilgung der ASFINAG und zum weiteren Infrastrukturausbau verwendet werde. Wenn sich der Eigentümer mit einer Dividende von 100 Millionen Euro ein Körberlgeld zum Stopfen des Budgetloches selbst genehmigt und angesichts dieser Überschüsse über weitere Maut-Erhöhungen unter dem Stichwort Ökologisierung nachdenkt, so zeigt dies eine Doppelbödigkeit und fehlenden Realitätssinn. Die hohen Überschüsse zeigen eindeutig, dass die LKW-Maut nicht kostenneutral angesetzt ist und "zu einer Verteuerung des Wirtschaftsstandorts Österreich führe, die wir alle durch die Inflation bezahlen", so Moder.

Der LKW leistet mit seiner fahrleistungsabhängigen Maut knapp 70% der ASFINAG Mauteinnahmen, somit einen überproportionalen Beitrag zur Finanzierung der Infrastruktur. Der unübersichtliche Fleckerlteppich an Fahrverboten, überbordende gesetzlichen Auflagen und Kontrollen im Strassenbereich (Stichwort golden plating) schränken die Benützung jedoch unverhältnismäßig ein, erschweren die wirtschaftliche Lage und schwächen im europäischen Wettbewerb die ganze Branche, so Moder. Da zahlreiche Fahrverbote nicht nachvollziehbar sind, ist es unverständlich warum Umwege gefahren werden müssen, die mehr Kosten verursachen und zudem die Umwelt durch unnötige Mehrkilometer zusätzlich belasten.

"Wenn die Politik will, dass österreichische Transporteure auch morgen noch bringen was die Bevölkerung täglich braucht, dann sollte eine seriöse und nachhaltige Verkehrspolitik betrieben werden und darauf geachtet werden, dass faire und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für Güterbeförderungsunternehmen geschaffen werden." so beide Branchensprecher abschließend. (us)

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