AK-Präsident Johann Kalliauer für ein gerechtes Steuersystem: Millionärssteuer einführen, Lohnsteuer senken

Linz (OTS) - Arbeit muss entlastet werden. Darüber sind sich alle Experten/-innen und Politiker/-innen einig. Gleichzeitig ist die Besteuerung von Vermögen in Österreich beschämend niedrig. Für AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer ist daher klar: "Wir brauchen eine Senkung des Eingangssteuersatzes in der Lohnsteuer. Um diese zu finanzieren, muss die von uns geforderte Millionärssteuer eingeführt werden."

Acht von zehn österreichischen Steuer-Euros kommen aus Arbeit und Konsum, lediglich einer von Unternehmen und Vermögenden. Bei der Besteuerung von Arbeit rangiert Österreich EU-weit auf einem Spitzenplatz, bei der Besteuerung von Vermögen sind wir mit 1,3 Prozent internationales Schlusslicht. "Wir brauchen daher dringend eine Umstrukturierung im Steuersystem", fordert AK-Präsident Kalliauer. "Die Steuern auf Arbeit müssen gesenkt und im Gegenzug die Steuern auf Vermögen erhöht werden." Das wird Österreich auch seit langem von internationalen Organisationen wie der OECD empfohlen.

Doch nicht jede Entlastung des Faktors Arbeit kommt auch tatsächlich bei den Arbeitnehmern/-innen an, warnt Kalliauer. Diskutiert werden viele Möglichkeiten. Die effektivste Möglichkeit, die alle Lohnsteuer zahlenden Arbeitnehmer/-innen und Pensionisten/-innen kräftig entlastet, ist die Senkung des Eingangssteuersatzes in der Lohnsteuer. Dieser liegt derzeit bei 36,5 Prozent und ist damit der zweithöchste innerhalb der Länder der OECD.

Die von mancher Seite geforderten neuen Freibeträge für Familien mit Kindern lehnt Kalliauer ab, weil sie sozial unausgewogen sind:
Sie begünstigen Personen mit hohen Einkommen weit mehr als Personen mit niedrigen Einkommen. Als Maßnahme für eine allgemeine Steuerentlastung sind sie außerdem ungenügend, da kinderlose Familien und alleinstehende Personen gar nichts davon haben.

Auch die immer wieder von Seiten der Wirtschaft vorgebrachte Forderung nach einer Senkung der Lohnnebenkosten lehnt Kalliauer strikt ab. Lohnnebenkosten sind nämlich nicht nur die Versicherungsbeiträge für Pension, Arbeitslosigkeit oder Krankheit, aus ihnen werden auch andere wichtige Leistungen, wie zum Beispiel die Familienbeihilfe finanziert. Eine Senkung dieser Beiträge geht zu Lasten der Arbeitnehmer/-innen. "Das bringt nur wieder Ersparnisse für Unternehmen und führt in der Folge zu Kürzungen von Sozialleistungen", so der AK-Präsident.

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