- 06.08.2013, 13:31:16
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Erstmals Umsatzrückgang in Österreichs Apotheken
Betriebswirtschaftliche Lage weiter verschlechtert - Apothekerverband warnt vor Einschränkungen in der Arzneimittelversorgung
Utl.: Betriebswirtschaftliche Lage weiter verschlechtert -
Apothekerverband warnt vor Einschränkungen in der
Arzneimittelversorgung =
Wien (OTS) - Anfang März schlug der Österreichische Apothekerverband
Alarm, da der Kassenumsatz in den 1.330 Apotheken im Jahr 2012
stagnierte. Nun liegen die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2013 vor,
die diese Stagnation nicht nur bestätigen sondern erstmals sogar
einen Umsatzrückgang bei dem für Apotheken wichtigen Kassenumsatz
aufweisen. Rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes einer Apotheke werden
mit auf Kassenrezepten verschriebenen Arzneimitteln erzielt, dem so
genannten Kassenumsatz.
Im ersten Halbjahr 2013, also von Jänner bis Juni 2013, ist der
Kassenumsatz im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr laut der Pharmig, dem
Verband der Pharmaindustrie, nominell um 0,2 Prozent gestiegen.
Bereinigt um die Inflationsrate bedeutet das real einen
Umsatzrückgang von 2 Prozent auf 1,14 Mrd. Euro. Das trifft die
Apothekenbetriebe hart. "Jetzt hat auch uns die Wirtschaftskrise
erfasst", sagt Dr. Christian Müller-Uri, Präsident des
Österreichischen Apothekerverbandes.
Auch die Privatumsätze, die bisher die flauen Kassenumsätze
abfederten, sind im ersten Halbjahr 2013 offenbar stark eingebrochen.
Laut Statistik Austria ging der Gesamtumsatz in den Apotheken und
Drogerien real um 3,7 Prozent zurück. Damit zählen die Apotheken
neben dem Möbel- und Elektrohandel sowie den Baumärkten zu den
Verliererbranchen im Einzelhandel.
Der Rückgang in den Apotheken ist eine Folge der
Kostendämpfungsmaßnahmen der Krankenkassen, die bei der
Arzneimittelversorgung bereits seit Jahren den Sparstift ansetzen.
Das beschert den Apotheken seit geraumer Zeit geringere
Kassenspannen und nun auch einen Umsatzeinbruch.
Der wirtschaftliche Abschwung bringt die Apotheken nun in
Bedrängnis, denn einerseits haben Sie einen Versorgungsauftrag zu
erfüllen und andererseits erfordern immer neue Aufgabenfelder einen
immer höheren Personalstand. Ohne wirtschaftliches Wachstum wird es
schwierig werden, die neuen Aufgaben auf dem gewohnt hohen Niveau und
mit noch mehr Mitarbeitern zu erfüllen. "Wir können nicht einfach
zusperren wie unlängst eine Nahversorgerkette, die nun im Konkurs
ist", erläutert Müller-Uri und erneuert seinen Appell an die
Gesundheitspolitik: Keine weitere Reduktion der Kassenspanne mehr
sowie eine Vergütung bei neuen Services.
Auf einen Blick
Der Österreichische Apothekerverband ist die wirtschaftliche und
politische Interessenvertretung der selbständigen Apotheker. Seine
Aufgabe ist es, die Interessen seiner Mitglieder bestmöglich zu
bewahren, durchzusetzen und in der Öffentlichkeit zu vertreten.
Darüber hinaus unterstützt der Apothekerverband seine Mitglieder bei
unternehmerischen Aufgaben. Er entwickelt Strategien und zeigt
Problemlösungen auf, um die Position der Apotheker als freie und
unabhängige Unternehmer in unserer Gesellschaft zu festigen und
auszubauen.
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