- 06.08.2013, 11:40:30
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Lunacek zum Hiroshima-Tag: "Atomwaffen und Atomenergie sind unglücksbringende Zwillinge"
Grüne fordern Bann von Atomwaffen, völligen Atomausstieg und radikale Energiewende.
Utl.: Grüne fordern Bann von Atomwaffen, völligen Atomausstieg und
radikale Energiewende. =
Brüssel (OTS) - "Die Unterscheidung zwischen kriegerischer und
friedlicher Nutzung von Kernenergie ist absolut falsch: Beides ist
tödlich, siehe Hiroshima, siehe Mururoa, siehe Tschernobyl, siehe
Fukushima. Atomwaffen und Atomenergie sind Zwillinge, die beide ins
Verderben führen! Deswegen fordern wir Grüne im Europaparlament,
genauso wie die Grünen in Österreich und anderen Teilen Europas wie
weltweit, den Bann von Atomwaffen, den völligen Atomausstieg und eine
radikale Energiewende. Dazu gehört eine klare Absage an die
Subventionierung der Atomenergie und eine deutliche Unterstützung für
Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Und dazu gehört auch unser
Nein zum Kernfusionsreaktor ITER in Frankreich, den wir für eine
völlige Fehlinvestition halten. Es ist dramatisch, dass die Ausgaben
für ITER auf Kosten wichtiger Investitionen in grüne Energieträger
und zukunftsorientierte Forschungsfelder gehen. Statt weiter Geld in
dieses Milliardengrab zu pumpen, sollten wir endlich die nötigen
Investitionen in eine neue nachhaltige Energiezukunft für Europa
tätigen. Das sind wir den Opfern von Hiroshima bis Fukushima
schuldig", erklärt Ulrike Lunacek, Vize-Präsidentin der Grünen im
Europaparlament, anlässlich des heutigen Gedenktags an den
Atombombenabwurf am 6. August 1945 auf die japanische Stadt
Hiroshima.
Lunacek: "Der aktuelle Weltstatusbericht der Atomindustrie (1) zeigt
deutlich: Die Welt steigt nach und nach aus der Atomkraft aus, trotz
der rückwärtsgewandten Anstrengungen der Atombefürworter - auch
innerhalb der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank -
Atom als Teil des Energiemix zu erhalten.
Jetzt gilt es diesen Abwärtstrend der Atomenergie-Industrie auch für
die Atomrüstungs-Industrie zu nützen. Der Hiroshima-Tag ist ein
Gedenktermin, der uns die Sinnlosigkeit atomarer Rüstung vor Augen
führt. Es ist ja nicht nur so, dass die weltweiten Atomwaffen ein
Sicherheitsproblem erster Klasse darstellen. Atomwaffen haben schon
eine verheerende Wirkung, auch wenn sie nie zum Einsatz kommen: Sie
verschlingen Unmengen an finanziellen Ressourcen, die anderswo
dramatisch fehlen. Der Aufbau, die Instandhaltung und Modernisierung
der Atomwaffen-Arsenale kosten unvorstellbare Mengen an Geld. Die
neun Atomwaffenstaaten geben jedes Jahr insgesamt rund 105 Milliarden
US-Dollar für den Erhalt und die Modernisierung ihrer
Atomwaffenarsenale aus.
Wie viel Armut, Elend und Hunger könnte damit erfolgreich bekämpft
werden!
Wie viel sinnvolle Bildungs- und Umweltprojekte könnten mit diesen
Mitteln umgesetzt werden! Zum Vergleich: Das Welternährungsprogramm
der Vereinten Nationen, immerhin die größte humanitäre Organisation
der Welt, muss froh sein, wenn es im Jahr über ein Budget von 6
Milliarden US-Dollar verfügen kann. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon
brachte es auf den Punkt, als er sagte: 'Die Welt ist überbewaffnet
und Frieden ist unterfinanziert.' Der Hiroshima-Tag ist ein
jährlicher Weckruf, dieses Ungleichgewicht zu ändern."
(1) Der World Nuclear Industry Status Report wurde von einem Team
bestehend aus sechs Experten aus Frankreich, Japan und England unter
der Leitung des Atomexperten Mycle Schneider erarbeitet. Die
Grünen/EFA Gruppe im Europäischen Parlament und die Heinrich-Böll
Stiftung in den USA sind Sponsoren dieses Projekts.
Der ganze Bericht "World Nuclear Industry Status Report 2013" ist
hier online abrufbar:
http://www.greens-efa.eu/fileadmin/dam/Documents/Studies/20130710MSC-
WorldNuclearReport2013-LR-V1.pdf
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