AK: Was bringt die Zukunftsvorsorge neu den Konsumenten? 1

Wien (OTS) - Für die Zukunftsvorsorge gelten seit 1. August neue gesetzliche Vorgaben. Die Neuregelung für Neuverträge, das ein Zwei-Phasen-Modell vorsieht, geht aber nur teilweise in die richtige Richtung, bewertet die AK. Für bestehende Verträge gibt es eine Umstiegsmöglichkeit auf das neue Modell unter der Voraussetzung, dass der Vertrag bereits zehn Jahre läuft. "Wer einen bestehenden Vertrag hat, soll sich den Umstieg genauso gut überlegen wie ein Neueinsteiger", rät die AK.

Es wird noch immer ein Mindestanteil an Aktien (unter 50-Jährige:
15 bis 60 Prozent, für über 50-Järhgie von fünf bis 50 Prozent) vorgeschrieben, kritisiert die AK. Die neuen Infopflichten wie Angabe der Kosten vor Vertragsabschluss, Veranlagungsstrategie und der Hinweis auf die garantierte Rente sind zwar positiv, aber es gibt keine Verpflichtung für Planberechnungen mit verschiedenen Verzinsungsszenarien, die auch die Nullverzin-sung enthält. Dabei sollte noch die Inflation berücksichtigt werden, damit KonsumentIn-nen ein klares Bild vom realen Ertrag bekommen. Für bestehende Verträge gibt es eine Umstiegsmöglichkeit auf das neue Modell unter der Voraussetzung, dass der Vertrag bereits zehn Jahre läuft. Achtung, die staatliche Prämie ist nicht gleichbedeutend mit der Rendite. Wer 100 Euro pro Monat einzahlt, hat mit der Kapitalgarantie und der jetzigen staatlichen Prämie nach zehn Jahren gerade einmal eine Rendite von 0,8 Prozent.

Künftig müssen Versicherer den KonsumentInnen vor Abschluss eines neuen Vertra-ges die Kosten schriftlich aufschlüsseln und über den veranlagten Betrag, die Veranla-gungsstrategie und Rechnungsgrundlagen zur Berechnung der Rente sowie darüber ob die Rente garantiert ist oder nicht, informieren. Wie das in der Praxis umgesetzt wird, wird die AK im Auge behalten. Überdies gibt es neue Bandbreiten bei der Aktienquote für die investierten Prämien. Und:
Die gesetzlich festgelegte Kapitalgarantie bleibt erhalten, also die Einzahlungen während der Laufzeit plus die kassierte staatliche Prämie (2013: 4,25 Prozent). Wer die maximale staatliche Prämie von 103,94 Euro 2013 ausnutzen will, muss derzeit jährlich 2.445,55 Euro ansparen.

Die AK fordert, dass den Verbrauchern rechtzeitig vor Vertragsabschluss ein Produktinformationsblatt ausgehändigt wird, in dem nicht nur die Punkte enthalten sind, die das Gesetz bereits jetzt vorsieht, sondern auch der Produktnamen (samt eindeutiger Produktbezeichnung), der Produktgeber (Anbieter), ein deutlicher Hinweis auf die Bindung und die mangelnde Kündigungsmöglichkeit vor Ablauf von 10 Jahren, die Folgen der Kündigung (Halbierung der Prämie, Nachversteuerung von Erträgen), vertraglich vereinbarte Laufzeit sowie eindeutige Informationen darüber, ob die Kapitalgarantie auch in anderen Fällen als dem gesetzlich normierten Sachverhalt - nämlich bei Rentenauszahlung - gilt.

(Forts.)

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