Neues Volksblatt: "Worthülsen" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 3. August 2013

Linz (OTS) - Karl Blecha hatte schon recht: Die Pensionsdebatte war für die SPÖ ein aufgelegter Elfmeter. Ob sie auch zum Torerfolg führt, wird man aus den Wahlanalysen erfahren, aber bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Jedenfalls ist es der SPÖ gelungen, mit dieser letztlich herbeigeredeten, medial geschürten Aufregung - es ist ja keine Diskussion, weil über das Thema Pensionsalter bei der SPÖ und auch bei anderen Parteien keine Diskussionsbereitschaft besteht - ein paar eigene Stolperer zu übertünchen.
Da sind etwa die nach wie vor nicht ausgeräumten Probleme um die Nationalratskandidatur der Abgeordneten Sonja Ablinger, die man just nicht auf einem sicheren Listenplatz haben will. Da ist beispielsweise der Umgang mit der Asylthematik, in der besonders die Linken in der SPÖ mit der offiziellen Unterstützung für den Kurs der Innenministerin nichts anfangen können und öffentlich murren. Und da war auch die verschwommene Linie beim Thema Freifahrt für die Jungen, wo letztlich der Parteichef höchstselbst eingreifen musste.
Wenn die SPÖ heute beim Bundesparteirat ihr Wahlprogramm und die Bundesliste abgesegnet, ist gewiss demonstrative Geschlossenheit angesagt. Da wird der Kanzler mit der sicheren Hand zeigen, wo es lang geht und den Schlagwort-Wahlkampf - Arbeit, Bildung, Pensionen, Wohnen - fortsetzen. Anzuzweifeln ist nur, ob Worthülsen ein Programm für die Zukunft des Landes sind.

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