Spitalsärzte: Belastungen im Sommer höher

ÖÄK-Vize Mayer: Zahlreiche Freizeitunfälle - Notfälle könnten verhindert werden

Wien (OTS) - Die Urlaubszeit bringe für die Spitalsärzteschaft zusätzliche Belastungen mit sich, die nur durch eine Aufstockung des Personals bzw. eine vernünftige Regelung der Arbeitszeit aufgefangen werden könnten, erklärte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Freitag in einer Aussendung. "Die Zahl der Freizeitunfälle steigt im Sommer deutlich an - das reicht von Motorrad- und Fahrradunfällen bis zu Bergunfällen", sagte Mayer. So gab es im Jahr 2011 laut letztgültiger Statistik 22.500 Unfälle beim Radfahren, 30.900 Unfälle beim Fußballspielen, 7.900 Verletzte beim Wandern und Bergsteigen sowie 6.600 Verletzte beim Mountainbiken, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Motorradunfälle zogen 3.580 Verletzte nach sich. Sogar simples Gehen kann im Krankenhaus enden -immerhin hatten sich 141.000 Personen im Jahr 2011 beim Gehen so schwer verletzt, dass sie im Spital behandelt werden mussten.

Mayer: "Natürlich macht sich nicht nur das Freizeitverhalten bemerkbar, sondern auch eine wegen Urlaubs geschlossene Ordination -die Patienten kommen dann scharenweise in die ohnehin schon überlasteten Ambulanzen, teilweise auch mit Beschwerden, die leicht vermeidbar wären." So sei es bei hohen Temperaturen wichtig, viel Wasser zu trinken und Alkohol tagsüber möglichst zu meiden, da es sonst zu einem Kreislaufkollaps kommen könne. Bei Outdoor-Aktivitäten sei die richtige Schutzausrüstung unerlässlich. "Das reicht vom Helm beim Rad- und Motorradfahren bis hin zu Knie- und Ellbogenschutz beim Skaten", so Mayer. Durch die richtige Ausrüstung könnten manche Verletzungen verhindert oder zumindest abgemildert werden.

Der Kurienobmann: "Selbstverständlich sind die Spitalsärzte rund um die Uhr für die Patienten da und bieten die beste Notfall-Versorgung an. Allerdings ist es durch einfache Maßnahmen möglich, den einen oder anderen Notfall von Vornherein zu verhindern." Eine Aufstockung des Personals bzw. eine Entlastung der Ambulanzen sei jedenfalls unumgänglich, bekräftigte Mayer eine Forderung der Bundeskurie. Abschließend appellierte der Chef der Spitalsärzte erneut an die Bevölkerung, bei kleineren Beschwerden den Hausarzt, dessen Vertretung oder den Ärztenotdienst in Anspruch zu nehmen. (slv)

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