SOS Mitmensch: Kolportierte Vorwürfe gegen Flüchtlinge brechen großteils in sich zusammen

Keine Rede mehr von "Schlepperbossen" und "kassierten Millionen"

Wien (OTS) - SOS Mitmensch übt scharfe Kritik daran, dass Teile von Politik, Behörden und Medien mit falschen Vorwürfen, fehlenden Klarstellungen und vorschnellen Verurteilungen Stimmung gegen Asylsuchende und insbesondere die Flüchtlingsprotestbewegung rund um das Servitenkloster machen. Ein Großteil der medial kolportierten Vorwürfe ist inzwischen in sich zusammengebrochen.

"Was hier passiert, ist in hohem Maße befremdlich. Bewohner des Servitenklosters werden als Bosse der Schleppermafia dargestellt, die Millionen kassiert haben sollen. Doch nicht einmal die involvierten Staatsanwaltschaften gehen davon aus, die Köpfe einer Schlepperorganisation geschnappt zu haben. Von hohen Geldbeträgen keine Spur. Ein Großteil der medial kolportierten Vorwürfe ist damit binnen kürzester Zeit wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Übrig bleibt die Rufvernichtung der Flüchtlingsprotestbewegung und eine Reihe an offenen Fragen", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

"Wir wollen wissen, warum das Bundeskriminalamt die
Verhafteten sehenden Auges der medialen Vernichtung preisgegeben hat, anstatt von Anfang an die notwendigen Klarstellungen zu treffen, was den Grad ihrer möglichen Involvierung in Schlepperei betrifft. Wir wollen auch wissen, ob Behörden hier von Seiten der Politik gezielt für politische Zwecke eingesetzt wurden. Wir wollen lückenlose Aufklärung darüber, ob es sich bei den Verhafteten tatsächlich um zu verurteilende Schleppertäter oder nicht doch um Schlepperopfer oder um eine Mischung aus beidem handelt. Und wir wollen wissen, wie es zusammenpasst, dass die fragwürdige Abschiebung schutzsuchender Menschen in gefährliche Krisenregionen als Ausdruck von Rechtsstaatlichkeit angesehen wird, die Einhaltung der Unschuldsvermutung jedoch nicht. Eine Rückkehr zu einer menschengerechten und lösungsorientierten Diskussion und ein Ende von Pauschal- und Vorverurteilungen tun dringend Not", so Pollak.

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Alexander Pollak
0664 512 09 25
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