Generali-Autostudie 2013: Die gefährlichsten, nervigsten und eigenen Verkehrssünden der Österreicher

Fahrspuren blockieren, schleichen, nicht einordnen lassen - nervt Österreicher am meisten. Radfahrer, die sich nicht um Verkehrsregeln kümmern, sind für Autofahrer am gefährlichsten.

Wien (OTS) - Im Rahmen der Generali-Autostudie 2013 wurden 2.000 Autobesitzer befragt, welche Verhaltensweisen im Straßenverkehr sie als gefährlich einschätzen, welche besonders nerven und welche ihnen selbst gelegentlich passieren. Das Ergebnis macht deutlich, dass die nervigsten Verkehrssünden in Österreich jene sind, die als weniger gefährlich gelten. Die größten Aufreger im Straßenverkehr sind das Blockieren von Fahrspuren und zu langsames Fahren. Hingegen wird die Unbekümmertheit von Fahrradfahrern hinsichtlich der Verkehrsregeln als am gefährlichsten eingestuft. Bei den eigenen Verkehrssünden steht das Rasen an erster Stelle.

TABELLE Verhaltensweisen im Straßenverkehr
(Angaben in %, N=2.003 Österr. Autobesitzer ab 18 Jahre)
A=Ist gefährlich B=Nervt besonders C=Passiert mir selbst hin und wieder

A B C Radfahrer, die sich nicht um Verkehrsregeln kümmern 84 48 6 Rechtsvorrang nicht beachten 78 38 7 Bei Dämmerung kein Licht einschalten 76 34 7 Ohne Freisprecheinrichtung telefonieren und fahren 72 30 20 Bei gelber oder roter Ampel in Kreuzungen einfahren 69 28 24 Gleichzeitig blinken und ausscheren 69 45 7 Zu schnell fahren, rasen 68 27 27 Drängeln (auch mit Lichthupe bzw. Blinken) 62 67 5 In Rettungsgassen vorfahren 59 62 1 Nicht-Blinken bei Spurwechsel oder Kreisverkehr 57 57 13 Bei stockendem Verkehr keine Rettungsgasse bilden 44 41 7 Kreuzungen blockieren 38 69 9 Zu langsam fahren, schleichen 34 72 8 Linke bzw. mittlere Spur grundlos blockieren 33 75 5 In der zweiten Spur parken 33 56 7 Ohne Nebel mit Nebelscheinwerfer fahren 32 38 9 Nicht auf das Reißverschluss-Verfahren achten 28 71 7 Sich über alles aufregen und wild hupen 19 70 11 ERHITZTE GEMÜTER AUF ÖSTERREICHS STRASSEN Drei Viertel der heimischen Autofahrer sind genervt, wenn vor ihnen

die linke bzw. mittlere Fahrspur grundlos blockiert wird - ein Verhalten, das übrigens nur 5 Prozent der Autolenker selbst hin und wieder passiert. Die Plätze 2 und 3 im Ranking der nervigsten Verhaltensweisen im Straßenverkehr belegen Autofahrer, die zu langsam fahren (72 Prozent) und die das Reißverschluss-Verfahren missachten (71 Prozent). Besonders oft nerven auch Autofahrer, die sich über alles aufregen und wild hupen (70 Prozent) - eine Verhaltensweise, die 11 Prozent der Befragten auch selbst hin und wieder passiert, jedoch als kleinste Gefahrenquelle im Straßenverkehr gesehen wird.

DIE GRÖSSTEN GEFAHRENQUELLEN AUS AUTOFAHRERSICHT
Mit 48 Prozent weniger nervenraubend aber umso gefährlicher beurteilen die Österreicher Fahrradfahrer, die sich nicht um Verkehrsregeln kümmern. Mit 84 Prozent gilt diese Verhaltensweise als Gefahrenquelle Nummer 1 im Straßenverkehr, gefolgt von der Missachtung des Rechtsvorrangs (78 Prozent) und dem Vergessen auf Licht bei Dämmerung (76 Prozent). Das Einfahren in Kreuzungen bei gelber oder roter Ampel und das gleichzeitige Blinken und Ausscheren wird mit jeweils 69 Prozent ebenfalls als ein großes Unfallrisiko angesehen. Das Rasen liegt mit 68 Prozent lediglich an 7. Stelle in der Rangliste der als gefährlich eingestuften Verhaltensweisen im Straßenverkehr.

HÄUFIGSTE EIGENE VERKEHRSSÜNDEN
Etwas mehr als ein Viertel der Autofahrer gibt an, selbst hin und wieder zu schnell zu fahren. Damit führt das Rasen mit 27 Prozent das Ranking der eigenen Verkehrssünden an, gefolgt vom Einfahren in Kreuzungen bei gelber oder roter Ampel mit 24 Prozent. An dritter Stelle liegt das Telefonieren hinter dem Lenkrad ohne Freisprecheinrichtung mit 20 Prozent. Diese drei Verhaltensweisen haben eines gemeinsam: Sie werden mit 68 bis 72 Prozent als relativ gefährlich eingestuft.

UNTERSCHIEDE IM ALTER UND GESCHLECHT
Vergleicht man die Angaben jüngerer Autofahrer (unter 25 Jahre) mit jenen der älteren Autolenker, so zeigt sich eine schwächere Gefahreneinschätzung bei den Führerscheinneulingen. Die jüngeren Autolenker tendieren laut Generali-Autostudie dazu, den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber geduldiger zu sein und sich noch so manchen eigenen Fehler einzugestehen.
Hinsichtlich des Geschlechts lassen sich nur minimale Unterschiede erkennen. Die deutlichste Abweichung gibt es beim Rasen: Das schätzen Frauen mit 75 Prozent deutlich gefährlicher ein als Männer mit 61 Prozent. Auch bei Neigung zum Rasen unterscheiden sich die Angaben:
Während 32 Prozent der Männer hin und wieder zu schnell fahren, passiert dies nur 23 Prozent der Frauen.

TABELLE Das passiert mir selbst hin und wieder
(Angaben in %, N=2003 Österr. Autobesitzer ab 18 Jahre)
A=Gesamt B=Mann C=Frau D=<25 Jahre E=>60 Jahre

A B C D E Zu schnell fahren, rasen 27 32 23 35 21 Bei gelber oder roter Ampel in Kreuzungen einfahren 24 24 24 27 16 Ohne Freisprecheinrichtung telefonieren und fahren 20 21 20 31 11 Nicht-Blinken bei Spurwechsel oder Kreisverkehr 13 15 12 16 11 Sich über alles aufregen und wild hupen 11 13 9 11 9 Kreuzungen blockieren 9 9 9 9 9 Ohne Nebel mit Nebelscheinwerfer fahren 9 10 8 14 8 Zu langsam fahren, schleichen 8 7 9 8 9 Nicht auf das Reißverschluss-Verfahren achten 7 7 7 10 7 Bei stockendem Verkehr keine Rettungsgasse bilden 7 8 6 8 7 In der zweiten Spur parken 7 8 6 8 10 Gleichzeitig blinken und ausscheren 7 8 6 9 4 Bei Dämmerung kein Licht einschalten 7 7 6 10 7 Rechtsvorrang nicht beachten 7 6 7 14 4 Radfahrer, die sich nicht um Verkehrsregeln kümmern 6 8 3 9 4 Drängeln (auch mit Lichthupe bzw. Blinken) 5 6 4 7 5 Linke bzw. mittlere Spur grundlos blockieren 5 5 4 4 1 In Rettungsgassen vorfahren 1 1 1 4 5

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