AKNÖ unterstützt Bemühungen um Bundesgesetz zur Kinderbetreuung

Präsident Haneder: "Alle Kinder verdienen gleich hohe Standards"

Wien (OTS/AKNÖ) - Die AKNÖ unterstützt die Initiative der überparteilichen Bildungsplattform educare, einheitliche Rahmenbedingungen für Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich zu schaffen. "Alle Kinder verdienen die gleichen hohen Standards, egal, ob sie in Vorarlberg zur Welt gekommen sind oder in Niederösterreich", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. Davon könne derzeit keine Rede sein, die Rahmenbedingungen seien ein "Fleckerlteppich".

Welche Ausbildung brauchen pädagogische Hilfskräfte? Wie lange sollen Kindergärten geöffnet haben? Wie groß darf eine Kindergruppe sein? Dafür gibt es in Österreich neun verschiedene Regelungen. "Die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Gesetze machen es schwer, bundesweite Qualitätssicherung im frühkindlichen und vorschulischen Bereich zu betreiben", schildert AKNÖ Bildungsexpertin Mag. Regina Gottwald-Knoll die Lage: "So gibt es in der Steiermark "KindergartenhelferInnen", die zur Ausübung ihrer Tätigkeit 300 Stunden Ausbildung und drei Monate Praxis brauchen, in Niederösterreich heißen die gleichen pädagogischen Hilfskräfte "KinderbetreuerInnen" und müssen nur 80 Theorie- und 36 Praxisstunden vorweisen. In anderen Bundesländern wird die Ausbildung gar nicht geregelt. Wie gut ein Kind betreut und gefördert wird, hängt also sehr stark vom Bundesland ab, in dem die Eltern leben."

"Niederösterreich ist zwar Vorbild, was das flächendeckende Angebot an öffentlichen Kindergärten und die kostenlose Bildungszeit am Vormittag betrifft", hebt die Expertin hervor. "Bei einigen anderen Aspekten gibt es jedoch Aufholbedarf, wenn man sich an den bundesweit besten Standards orientiert."

So sieht der Entwurf des Bundesrahmengesetzes von educare vor, die Gruppengröße im Kindergarten mit 20 Kinder zu begrenzen, wie es in Tirol der Fall ist. In Niederösterreich dürfen bis zu 25 Kinder in der Gruppe sein. Auch bei den Öffnungszeiten müsste sich Niederösterreich verbessern. Der Vorschlag der Plattform sieht unter anderem vor, dass Kinderbetreuungseinrichtungen maximal fünf Wochen pro Jahr geschlossen bleiben dürfen. In Niederösterreich erfüllt derzeit nur ein Viertel der Einrichtungen dieses Kriterium. Ein großes Anliegen der InitiatorInnen ist auch die einheitliche Qualifikation der ArbeitnehmerInnen in frühkindlichen Bildungseinrichtungen.

"Diese Initiative kann ich nur unterstützen", erklärt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. "Alle Kinder verdienen die gleich hohen Standards, egal, ob sie in Vorarlberg zur Welt gekommen sind oder in Niederösterreich. Das sind wir den Kindern schuldig und den Eltern. Für die Chancengleichheit von Frauen im Berufsleben ist ein rascher Wiedereinstieg absolut entscheidend. Dazu müssen Mütter und Väter vertrauen können, dass ihr Kind die für seine Entwicklungsstufe notwendige persönliche Zuwendung bekommt", sagt Haneder. Mit den 100 Millionen Euro jährlich, die der Ministerrat für die Kinderbetreuung zugesagt hat, könnten auch bei der Betreuungsqualität erhebliche Verbesserungen erzielt werden.

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Die Gesetzesinitiative gibt es hier zum Download:
http://bundesrahmengesetz.info/Bundesrahmengesetzvorschlag2013.pdf

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