ALPINE-Pleite und die Folgen für alle Beschäftigten

8 von 10 Ex-Alpine Mitarbeitern haben wieder einen Job

Wien (OTS/ÖGB) - Die ALPINE-Pleite ist mit bis dato geschätzten 2,5 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten die größte Insolvenz in der 2. Republik: 800 Millionen Euro Auftragsvolumen, 1.400 Baustellen im Inland, 400 Arbeitsgemeinschaften sowie 4.905 Beschäftigte (davon 142 Lehrlinge) im Insolvenzverfahren.++++

Chronologie

2010 erwirbt die FCC aus Spanien die ALPINE Bau GmbH
17. Juni 2013: Spanische Eigentümer stellen Gelder zur Fortführung ein
18. Juni: Management reagiert mit Vorbereitung des Insolvenzantrags 19. Juni: Insolvenzantrag wird eingebracht und das Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet
23. Juni: Masseverwalter kündigt beim "Alpine-Sondergipfel" im Sozialministerium Schließungsantrag an
24. Juni: Schließungsantrag wird beim Handelsgericht Wien eingebracht 25. Juni: Schließungsantrag wird vom Handelsgericht Wien genehmigt 28. Juni bis 5. Juli: In 8 Tagen wurden 34 Betriebsversammlungen durch den Betriebsrat, Gewerkschaft und AK durchgeführt. Von den 4.905 eingeladenen ALPINE-Mitarbeitern nahmen 4.637 teil. Damit konnten 97,3 Prozent der Betroffenen erreicht werden
24. Juli 2013: Dienstverhältnis zum Masseverwalter wird für 4.805 AN beendet

Wie viele Arbeitnehmer, von den 4.905 betroffenen, konnten wieder einen Job finden?

Mit Stichtag 24. Juli 2013 sind 3.919 Ex-Alpine-Mitarbeiter bereits in neue Beschäftigungs-verhältnisse eingetreten. Weitere 100 sind befristet für die Abwicklung der Masse beim Masseverwalter weiterbeschäftigt, das sind 82 Prozent.

Für wie viele konnten offene Ansprüche in welcher Höhe eingefordert werden?

Für 4.805 Betroffene (98 Prozent) konnten die Vollmachten unterzeichnet werden. Die fehlenden 100 Arbeitnehmer werden individuell nacherfasst. Im Juni 2013 belaufen sich die offenen Ansprüche - ohne Abfertigungen - auf rund 20,230.000 Euro. Die durchschnittliche Forderung an den Fonds beträgt pro Arbeitnehmer für Juni 4.040 Euro brutto ohne Abfertigung.

Welche Chancen gibt es für jene AN, die noch keinen Job haben?

In den nächsten Tagen und Wochen wird es noch zahlreiche Vermittlungen in neue Beschäftigungsverhältnisse geben. Außerdem sind für die nächsten Monate 100 Arbeitnehmer in befristeten Arbeitsverhältnissen für die Abwicklung der Masse in den Zentralen Wien und Salzburg sowie auf den Bauhöfen durch den Masseverwalter beschäftigt. In allen acht Bundesländern (außer Vorarlberg) werden nach Vorliegen der Anzahl an interessierten Arbeitnehmern mit August Arbeitsstiftungen eingerichtet. Auch für jene Mitarbeiter, die bei ihren neuen Arbeitgebern nicht Fuß fassen konnten, soll es möglich sein, noch bis Jahresende in die Arbeitsstiftungen einzutreten.

GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch: "Die Alpine-Pleite wird uns in der Gewerkschaft auch noch in den nächsten Monaten beschäftigen. Es gilt, die 886 Ex-Alpine Beschäftigten, die derzeit noch keinen Job gefunden haben, bestmöglich zu begleiten mit dem Ziel, ehestmöglich wieder einen Job zu finden. Ich bin zuversichtlich, dass es aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft, den österreichischen Bauunternehmungen, dem Masseverwalter und den AMS-Landesstellen gelingen wird, auch hier noch viele Betroffene wieder in Beschäftigung zu bringen. Wichtig ist, dass die acht Arbeitsstiftungen ab August starten und bundesländerübergreifend koordinierte Schulungsleistungen anbieten. Für die größte Insolvenz der 2. Republik, die alle Beteiligten mit dem Zeitpunkt der Insolvenz überrascht hat, ist es gelungen, 80 Prozent der Betroffenen in Beschäftigung zu halten. Somit war unser gemeinsamer Kampf um jeden Arbeitsplatz erfolgreich."

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Gewerkschaft Bau-Holz
BV Josef Muchitsch, Tel. 0664/614 55 42,
Ltd. Sekr. Andreas Huss, MBA, Tel. 0664/614 55 34, andreas.huss@gbh.at
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