ÖAMTC-Umfrage zu Erdgas-Pkw: Unwissenheit schafft Skepsis (Teil 2, + Grafik)

CO2-Einsparung und Kostenvorteile, Hemmschwelle Infrastruktur und Parkverbote

Wien (OTS) - Um das Wissen und die Skepsis österreichischer Autokäufer bezüglich Erdgas-Pkw aufzuzeigen, hat der ÖAMTC im Mai und Juni dieses Jahres eine Telefon-Umfrage durchgeführt. Befragt wurden 501 Personen, die planen, in den kommenden drei bis vier Jahren einen Neuwagen zu kaufen. "Die Umfrage zeigt, dass die Österreicher schlecht über Erdgas als Kraftstoff informiert sind. Ein Drittel hat spontan keine wirkliche Meinung zum Thema Erdgas, bis zu 70 Prozent können zu einzelnen Fragen keine Meinung abgeben", erklärt Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Wer sich für Erdgas entscheidet, schätzt Kosten- und Umweltvorteile. "Auffällig ist, dass vor allem Personen mit hohen Kilometerleistungen Interesse an Erdgas-Fahrzeugen zeigen. 15 Prozent aller Fahrer, die mehr als 20.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen, wollen beim nächsten Auto-Kauf ein Erdgas-Fahrzeug auf jeden Fall in Erwägung ziehen", so Wiesinger. Bedenken und Ängste zeigen sich bei Infrastruktur, Parkverboten in Tiefgaragen und technischer Sicherheit.

CO2-Einsparung und Kostenvorteil für Käufer entscheidend

Am ehesten wissen die Konsumenten über die Umwelt-Vorteile von Erdgas als Kraftstoff Bescheid. "Als wichtigsten Grund, sich ein Erdgasfahrzeug zu kaufen, nennen 86 Prozent der Befragten den niedrigeren CO2-Ausstoß und die geringeren Feinstaub-Emissionen", fasst der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung zusammen. Hinsichtlich der Kosten sind vor allem die anhaltende steuerliche Bevorzugung von Erdgas und der damit gesicherte Kostenvorteil gegenüber Benzin und Diesel für 79 Prozent ein wichtiger Beweggrund, sich für Erdgas als Kraftstoff zu entscheiden. Aber auch staatliche Förderungen stärken laut 78 Prozent der Befragten den Zuspruch zu Erdgasfahrzeugen. Auffällig ist, dass sich 61 Prozent um die Zukunft nach dem Rohöl Gedanken machen und Erdgas aufgrund der langfristigen Verfügbarkeit überzeugend finden.

Hemmschwelle geringe Tankstellendichte und Parkverbot in Tiefgaragen

Als große Hemmschwelle, sich ein Erdgas-Fahrzeug zu kaufen, gaben 85 Prozent eine zu geringe Tankstellendichte an. "Hier zeigt die Umfrage einmal mehr, dass viele Konsumenten nicht ausreichend informiert sind. Denn mit 175 Tankstellen besteht bereits jetzt ein österreichweit flächendeckendes Netz. Und dieses kann über das allgemeine Gasnetz jederzeit erweitert werden", erklärt Wiesinger.

Vorbehalte zeigen sich zum Parkverbot in Tiefgaragen und bei der technischen Sicherheit von Erdgasautos. Für 63 Prozent der Befragten war ein Parkverbot in Tiefgaragen eine Hemmschwelle für den Kauf eines Erdgas-Fahrzeugs, die Explosionsgefahr nannten 57 Prozent. "Die Ängste sind ungerechtfertigt. Ein Crashtest des ÖAMTC bestätigte bereits 2004 die technische Sicherheit von Erdgas-Pkw. Und die Einfahrtsverbote in Garagen beruhen auf veralteten gesetzlichen Bestimmungen, die sich auf Flüssiggas beziehen. Hier haben einige Bundesländer gesetzlichen Nachholbedarf", stellt der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung klar.

Wissen beeinflusst Entscheidung, Club fordert Info-Kampagne der Regierung

Wie sehr Wissen und Information die Entscheidung beinflussen, wird durch einen Vorher-Nachher-Vergleich deutlich: "Zu Beginn der ÖAMTC-Erhebung gaben nur 34 Prozent der Befragten an, bei der kommenden Neuanschaffung ein Erdgasfahrzeug zumindest in Erwägung zu ziehen. Am Ende der Befragung und der damit einhergehenden Beschäftigung mit Erdgas stieg dieser Wert auf 54 Prozent", erklärt Wiesinger. Der Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung betont die Notwendigkeit einer breiteren Diskussion und fordert eine Informationskampagne der Regierung über diesen alltagstauglichen, alternativen Kraftstoff.

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