ÖGJ-Dogan: Ausbilden statt ausbeuten

Wiener Modell als Vorbild für Bund nehmen

Wien (OTS/ÖGB) - "20 Prozent der Jugendlichen in Wien fallen durch die Lehrabschlussprüfung. Nicht weil sie zu dumm sind, sondern weil sie von den Firmen ausgebeutet aber nicht ausgebildet werden. Es braucht dringend eine Qualitätssicherung der Lehrausbildung", fordert Ali Dogan, Vorsitzender der Wiener Gewerkschaftsjugend. Das Wiener Qualitätssiegel für Lehrbetriebe ist daher eine wichtige Initiative. "Freiwilligkeit allein nützt aber wenig. Das Wiener Modell sollte verpflichtend für alle Unternehmen in ganz Österreich gelten."

Die Firmen müssen aber nicht nur dazu motiviert werden, besser auszubilden, sondern auch mehr. Seit Jahren sinkt die Anzahl der auszubildenden Betriebe. Dogan: "Gut ausgebildete Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Der angebliche Fachkräftemangel kann nur bekämpft werden, wenn die Unternehmen wieder mehr ausbilden." Die Wiener ÖGJ fordert daher eine Fachkräftemilliarde. "Alle Firmen, die ausbilden könnten, sollen in einen Topf einzahlen, aus dem die tatsächlich ausbildenden Betriebe gefördert werden. So werden auch die Ausbildungsverweigerer unter den Unternehmen in ihre gesellschaftliche Verantwortung genommen", sagt der Vorsitzende der Wiener Gewerkschaftsjugend.

Damit wieder mehr Firmen ausbilden, sollten zudem öffentliche Aufträge nur an Betriebe mit Lehrlingen vergeben werden. "Die Stadt Wien hat auch hier eine Vorreiterrolle. Das Modell muss rasch vom Bund übernommen werden", so Dogan. Denn das billigste Angebot ist nicht immer das beste. "Bei jeder Auftragsvergabe sollte nicht nur das Billigstbieter-Prinzip gelten, sondern auch die Jugendausbildung als Bewertungskriterium herangezogen werden." Auch müsse man darüber nachdenken, Unternehmensförderungen daran zu koppeln, ob die Firmen Lehrlinge ausbilden.

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