Häupl/Peschek: Wiener Ausbildungsgarantie - Sechs weitere Bausteine für mehr Chancen!

Häupl und Peschek gratulieren Sieger des größten österreichischen Berufswettbewerbs und präsentieren neues Paket für Jugendbeschäftigung

Wien (OTS/SPW) - "Eine abgeschlossene Ausbildung ist die Basis für ein selbstbestimmtes Leben. Eine gute Berufsausbildung schafft Perspektiven, gibt Chancen, ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Mit der Wiener Ausbildungsgarantie hat die Stadt Wien ein starkes Instrument, das Jugendliche auf ihrem Weg zum Bildungsabschluss berät, begleitet und unterstützt", betonte der Vorsitzende der SPÖ-Wien, Bürgermeister Michael Häupl heute, Donnerstag, im Rahmen einer feierlichen Ehrung des Siegers des Berufswettbewerbs (BWB) der kaufmännischen Jugend von Arbeiterkammer Wien und Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier. ****

Bürgermeister Häupl und SPÖ-Lehrlings- und Jugendsprecher Christoph Peschek gratulierten dem Sieger des größten österreichischen Berufswettbewerbs Christian Lausch und präsentierten die sechs weiteren Bausteine der erfolgreichen Wiener Ausbildungsgarantie. Diese ist, wie Lehrlingssprecher Peschek betont "ein politischer Meilenstein, mit dem wir sichern, dass die jungen Menschen in Wien ihren eigenen Weg gehen können, ihre Träume verwirklichen und sich entfalten können".

Denn für Peschek steht fest: "Wir kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben und mit unseren Maßnahmen ermöglichen wir die besten Chancen für die Zukunft der Jugend. Um den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit noch weiter zu intensivieren, wird dieses starke Instrument nun um sechs weitere zielgerichtete Maßnahmen erweitert. Jede einzelne dieser sechs neuen Maßnahmen ist ein weiteres starkes Werkzeug im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit."

Wiener Ausbildungsgarantie schafft Zukunft

Wiener Ausbildungsgarantie heißt: Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen, bekommen entweder einen Lehrplatz, eine Qualifizierung oder ein unterstützendes Beratungs- und Begleitungsangebot, um eine Perspektive zu finden. In Wien wird kein Jugendlicher im Stich gelassen und alles dafür getan, dass möglichst viele Jugendliche eine über die Pflichtschule hinausgehende Ausbildung erhalten. Die Wiener Ausbildungsgarantie ist ein zentraler Teil des Qualifikationsplans Wien 2020. Möglich ist das durch die Zusammenarbeit jener Institutionen, die Ausbildung, Information, Beratung und Betreuung von Jugendlichen bereitstellen. Das sind der Stadtschulrat für Wien, das AMS Wien, der Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds, das Bundessozialamt Wien, die außerschulische Jugendarbeit und die Sozialpartner. Die Kummer-Nummer für Lehre und Beruf (0800/20 20 22) informiert kostenlos und anonym und leitet zum passenden Unterstützungsangebot weiter.

Die sechs neuen Maßnahmen im Detail:

1. Auftragsvergabe und Berücksichtigung von Ausbildungsbetrieben -Lehrlinge ausbilden zahlt sich aus!

In Wien bilden nur mehr 8,5% der Privatbetriebe Lehrlinge aus. Um gegenzusteuern, werden seit Jänner im Bereich der Stadt Wien und auch der Wiener Stadtwerke bei Direktvergaben im Bau- und Baunebengewerbe Lehrbetriebe bei der Auftragsvergabe verstärkt berücksichtigt. Über den ANKÖ (Auftragnehmerkataster Österreich / www.ankoe.at) können die MitarbeiterInnen einsehen, ob ein Betrieb Lehrlinge ausbildet, um dann entsprechende Angebote einzuholen. Im ANKÖ sind bereits rund 900 Ausbildungsbetriebe Teil des Systems. Die Verwaltungsakademie der Stadt Wien berücksichtigt in den Schulungen dieses Thema. Wien Holding sowie der Krankenanstaltenverbund (KAV) werden sich an dieser Maßnahme beteiligen!

2. Wiener Qualitätssiegel für Lehrbetriebe der Sozialpartner und der Stadt Wien

Ab Herbst soll auf Wiener Landesebene ein Qualitätssiegel für Lehrebetriebe eingeführt werden. Eine gemeinsame Grundsatzvereinbarung dazu wurde erzielt. Ziel ist es, dass die Qualität der Lehrausbildung weiter angehoben wird. Derzeit hat jeder fünfte Lehrling in Wien keinen positiven Lehrabschluss.
Eine Jury, bestehend aus VertreterInnen von ÖGB, IV, WKW und AK - es herrscht Einstimmigkeitsprinzip -, wird auf Basis der gemeinsam erarbeiteten Kriterien (zB schriftlicher Ausbildungsplan, Ausbildungsinitiativen wie fachliche Weiterbildung, Antrittsquoten zur Lehrabschlussprüfung und Erfolge bei dieser) prüfen, ob das Qualitätssiegel befristet auf 4 Jahre ausgestellt wird. Nach 4 Jahren soll eine erneute Bewerbung möglich sein.

3. Early Complete - VIP Coaching an Wiener Berufsschulen!

2012 hatten von 5.255 Wiener Lehrlingen im letzten Lehrjahr 1.370, also knapp ein Viertel, keinen positiven Abschluss. 914 Personen sind nicht zur Lehrabschlussprüfung angetreten, 456 haben die Lehrabschlussprüfung nicht bestanden. Mit dem Schuljahr 2013/2014 wird ein Frühwarnsystem an den Wiener Berufsschulen etabliert. Dadurch werden Lehrlinge erfasst, die für eine "VIP"-Betreuung in Frage kommen.

Methoden:
+Etablieren eines Frühwarnsystems an Wiener Berufsschulen. +Erfassen der Lehrlinge, die für eine "VIP"-Betreuung in Frage kommen.
+Diagnose des Ausbildungsstandes und Prognose des Ausbildungserfolg betreffend die erste Hälfte der Lehrzeit.
+Die VIP Betreuung umfasst individuelles Coaching der betreffenden Lehrlinge und gegebenenfalls der Lehrbetriebe (via "Lehrbetriebscoaching") sowie entwickeln von individuellen Fördermaßnahmen (fachlich und/oder theoretisch) gemeinsam mit bestehenden Anbietern.
+Die Jugendlichen werden bis zu 6 Monate nach Lehrzeitende betreut, um einen positiven Lehrabschluss zu erwirken.

2015 soll die Zahl von Lehrlingen, die in diesem Jahr ihre Lehrzeit vollenden und einen positiven Abschluss erzielen um 10 Prozent auf 84 Prozent gesteigert werden. Die Umsetzung wird mit dem Schuljahr 2013/2014 beginnen.

4. Die Stadt Wien als Vorreiterin bei Jugendbeschäftigung -Ausbildungsplätze bleiben!

Die Stadt Wien und ihre Unternehmungen bilden über 1.200 Lehrlinge aus. Mit 2.100 Ausbildungsplätzen in der Gesundheits- und Krankenpflege sichert die Stadt Wien die Qualität und auch die Zahl der MitarbeiterInnen im Pflegebereich. Weitere rund 700 Jugendliche werden in Sozialberufen (Studierende der medizinisch-technischen Dienste, Hebammen und SchülerInnen der medizinisch-technischen Fachdienste) ausgebildet.

Mit den Modellen "Change" und "Pick up" hat Wien bereits 2008 auf den steigenden Bedarf an KindergartenpädagogInnen reagiert. Im Zuge der Ausbildungsoffensive konnte seit 2008 die Zahl der SchülerInnen und Studierenden an der stadteigenen Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik (bakip21) verdoppelt werden. Aktuell hat die bakip21 rund 800 Ausbildungsplätze.

Darüber hinaus bietet die Stadt Wien rund 200 Ausbildungsplätze in der Modeschule im Schloss Hetzendorf. Auch in den drei Fachschulen (wirtschaftliche Berufe, Dörfelstraße und Hahngasse; Mode, Siebeneichengasse) erhalten insgesamt rund 570 Jugendliche eine Ausbildung.

Die Stadt Wien wird bei der Jugendbeschäftigung weiter nicht sparen und die hohe Zahl an Ausbildungsplätzen auch 2013/2014 beibehalten und weiter in die Zukunft der Wiener Jugend investieren. Beispielsweise werden im Magistrat die Neuaufnahmen im ersten Lehrjahr von rund 230 auf 240 gesteigert.

5. Überbetriebliche Lehrausbildung

In Wien besteht nach wie vor eine Lücke an betrieblichen Ausbildungsplätzen. Wesentlich mehr Jugendliche streben eine Lehrausbildung an, als von der Wirtschaft Lehrstellen zur Verfügung gestellt werden. Deswegen ist die Überbetriebliche Lehrausbildung, die vom AMS Wien und - durch den waff - von der Stadt Wien finanziert wird, weiterhin ein unverzichtbares Element der Wiener Ausbildungsgarantie. Rund 3.500 Jugendliche erhalten dort eine qualitativ hochwertige Lehrausbildung. Diesen Erfolg will das AMS Wien durch die Weiterentwicklung der Qualität sichern und stimmt sich dafür mit allen Beteiligten wie der Lehrlingsstelle der WKW, den Berufsschulen und Ausbildungsträgern, aber natürlich auch mit den gewählten VertrauensrätInnen der Lehrlinge ab. Begleitendes Coaching und die bestmögliche Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung stellen sicher, dass noch mehr Jugendliche die anspruchsvolle Ausbildung bis zum Schluss durchhalten und als gesuchte Fachkräfte verlassen.

6. Berufsschuloffensive: Neue EDV Ausstattung, Modernisierung & Neubau der Berufsschule für Verwaltungsberufe

Rund 30 Millionen Euro investiert die Stadt bis 2016 in die neue Hardware-Ausstattung des gesamten Wiener Bildungsnetzes (wbn). Auch die Wiener Berufsschulen profitieren von der neuen EDV Ausstattung, das roll-out ist bereits im Laufen.

In der Embelgasse 46, 1050 Wien, entsteht eine neue moderne Berufsschule für rund 600 kaufmännische Lehrlinge der Stadt Wien. Für das Projekt sind rund 21 Millionen Euro veranschlagt.

2012 und 2013 wurden/werden im Bereich der Wiener Berufsschulen rund 18 Millionen Euro in die Modernisierung investiert. Die Berufsschuloffensive wird fortgesetzt, um eine qualitativ hochwertige Lehrausbildung für die Jugend zu garantieren.

Die durchschnittliche KlassenschülerInnenzahl beträgt im Bereich der Wiener Berufsschulen 22 Personen, damit wird eine individuelle Betreuung gesichert und ein weiterer Beitrag zur Qualitätssteigerung der Lehrausbildung geleistet. Auch für das neue Schuljahr wird ein möglichst guter Betreuungsschlüssel pro Klasse angestrebt. (Schluss)

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