Wladimir Kaminer: "Ich habe erst durch regelmäßiges und anstrengendes Saufen gelernt, mit Alkohol umzugehen"

Hamburg (ots) - "Ich beobachte zwei Bewegungen, die sich widersprechen: Die einen trinken grünen Tee und laufen Marathon. Die anderen trinken sich ins Koma", sagt Wladimir Kaminer im Interview mit der Philosophie-Zeitschrift HOHE LUFT (Ausgabe 5/2013 jetzt im Handel). Er selbst könne heute beide Seiten genießen: "Ich laufe Marathon, trinke grünen Tee in Mengen - aber auch fast jeden Tag ein oder zwei Gläser Wein", so der Bestsellerautor über seinen Ausweg aus dem Dilemma zwischen Askese und Hedonismus. "Zugegeben: Ich habe erst durch regelmäßiges und anstrengendes Saufen gelernt, mit Alkohol umzugehen", bekennt der 46-Jährige. "Heute finde ich, dass unser Körper wie ein Anzug ist, den man sich nur für kurze Zeit ausgeliehen hat und den man in einem einwandfreien Zustand zurückgeben sollte -und nicht geräuchert oder mit irgendwelchen blöden Tattoos verunstaltet", so der zweifache Familienvater. Vielleicht bedeute deshalb "übermäßiges Trinken und Rauchen" für ihn kein Glück mehr, "sondern Reue".

Das flüchtige Glück interessiere Kaminer nicht, die "Abkürzung Hedonismus" führe in eine Sackgasse. "Ab und zu lege ich Platten in der Russendisko auf. Aber das ist eher eine gemütliche Veranstaltung. Wir tanzen und trinken ein wenig, aber in Wahrheit geht es darum, so schnell wie möglich jemanden kennenzulernen", sagt der Wahl-Berliner. Ein Genussmensch bleibt er aber dennoch. "Jede Sekunde meines Lebens habe ich an Verlage und Magazine verkauft. Heute bin ich so durchsichtig wie ein Glas Wasser. Daher will ich verstehen, was um mich herum passiert. Mein größter Genuss ist also geistiger Natur", so der gebürtige Russe. Mit seinem Schreiben wirke er sogar seinem Verschwinden entgegen: "Am Ende bleibt nichts außer Staub. Alles verschwindet. Das Einzige, was bleibt, sind die Geschichten", davon ist der Kolumnist russisch-jüdischer Herkunft überzeugt. "Das ist die Freikarte in die Ewigkeit. Das ist das größte Glück für mich", so Wladimir Kaminer im HOHE LUFT-Interview (www.hoheluft-magazin.de).

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