Blecha zu Pensionsalter: Anhebung kommt nicht in Frage

Altersfeindliche Arbeitswelt benachteiligt und grenzt Menschen über 50 aus.

Wien (OTS) - Pensionistenverbands-Präsident Karl Blecha stellt heute anlässlich der wieder aufgeflammten Debatte über die Pensionen und besonders das Frauenpensionsalter fest: "Eine frühere Anhebung des allgemeinen Regelpensionsalters kommt nicht in Frage, wenn ältere Arbeitnehmer nach der Kündigung keine Jobs mehr bekommen. Erst heute wieder findet sich etwa in der Kronenzeitung das bestürzende Beispiel eines 52-Jährigen, der nur dadurch ein Vorstellungsgespräch erhielt, dass er sich im Lebenslauf zwanzig Jahre jünger machte - und nach Auffliegen des Experiments die Stelle natürlich nicht erhielt."

Blecha zeigt auf, welche Auswirkungen solch unüberlegte Maßnahmen hätten: "Die Erhöhung des Regelpensionsalters würde bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage durch erhöhte Abschläge nur eiskalte Pensionskürzung bedeuten, wird also strikt abgelehnt. Erst muss eine alters- und alternsgerechte Arbeitswelt entstehen, die älteren Arbeitnehmern Jobs anbietet, die ihren Erfahrungen und ihrer Leistungsfähigkeit entsprechen."

Frauen nach wie vor benachteiligt

Aus gleichem Grund kommt für Blecha auch eine vorzeitige Angleichung des Frauenpensionsantrittsalters überhaupt nicht in Frage, denn: "Wie geradezu wöchentlich neue Beispiele eindeutig beweisen, sind ältere Frauen am Arbeitsmarkt besonders diskriminiert - man denke nur an das alarmierende Beispiel einer Frau, die einen Job nicht bekam, weil sie 48 Jahre alt war." Außerdem weist PVÖ-Präsident Blecha mit Nachdruck darauf hin, dass auch die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen noch immer eine unbestreitbare Benachteiligung weiblicher Arbeitnehmerinnen zeigen.

"Anstatt unreflektiert nach einem höheren Pensionsalter zu schreien, sollte man die eigentlichen Probleme am Arbeitsmarkt angehen. Ein erster Schritt wäre etwa das vom Pensionistenverband seit Langem geforderte Bonus-Malus-System für Unternehmen: Wer ältere Dienstnehmer hinausmobbt, in Arbeitslosigkeit und Frühpension drängt, mit einem "Golden Handshake" verabschiedet, zahlt die Kosten der Pension bis zum Regelpensionsalter. Wer keine oder zu wenige ältere Arbeitnehmer beschäftigt, zahlt einen Beitrag für die Bonifikationen jener Unternehmen, die Ältere länger beschäftigen oder aus der Langzeitarbeitslosigkeit herausholen", schließt Blecha.

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