AKNÖ: Studie des Finanzministeriums "nicht nachvollziehbar"

Präsident Haneder: "Ministerium zu schade für Propaganda"

Wien (OTS/AKNÖ) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0136 vom 22.07

Eine Studie des Finanzministeriums über angebliche
Kosten von Firmenabwanderungen in Österreich lässt die WirtschaftsexpertInnen der AKNÖ eher ratlos zurück. Laut der Studie hätte die Abwanderung mehrerer Konzerne aus Österreich zwischen 2008 und 2012 70.000 Jobs gekostet, dem Staat seien 1,3 Milliarden Euro an Einnahmen entgangen. Für die WirtschaftsexpertInnen der AKNÖ sind die Zahlen nicht nachvollziehbar. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder vermutet parteipolitische Propaganda.

In Niederösterreich arbeiten immer mehr Menschen. Im Jahresdurchschnitt waren im Jahr 2008 rund 372.000 Menschen unselbstständig beschäftigt. Im vergangenen Jahr verzeichnete man rund 380.000 unselbständig Beschäftigte, sagt AKNÖ-Wirtschaftsexperte Gerald Fröhlich: "Das ist ein beachtlicher Anstieg, vor allem wenn man bedenkt, dass es auch die Finanz- und Wirtschaftskrise gegeben hat. Das Finanzministerium behauptet hingegen, österreichweit seien in der Zeit 70.000 Arbeitsplätze verschwunden. Das müsste sich doch auch auf Niederösterreich auswirken. Das sehe ich überhaupt nicht." Auch die österreichweiten Zahlen zeigen laut Fröhlich, dass heute die Beschäftigung deutlich höher ist als noch 2008. "Allein im Jahr 2012 waren um gut 75.000 Menschen mehr unselbstständig beschäftigt als 2008."

Auch das Argument, hohe Steuern würden internationale Konzerne vertreiben, kann der Wirtschaftsexperte nicht nachvollziehen: "Der Rechnungshof kritisierte erst vergangene Woche die Gruppenbesteuerung, weil sie den Konzernen große Steuervorteile einräumt. Die Rede ist hier von rund 500 Millionen Euro im Jahr." Alles in allem sei die Studie "nicht nachvollziehbar", sagt Fröhlich.

AKNÖ-Präsident Hermann vermutet, dass das Finanzministerium mit der Studie politisch Stimmung machen will. "Finanzministerin Maria Fekter soll ihre Steuerkonzepte öffentlich diskutieren. Dazu ist Demokratie da. Aber bitte nicht mit Studien aus dem eigenen Haus, die niemand nachvollziehen kann. Das schaut so aus, als würde sie ihr Ministerium für politische Propaganda nutzen. Dazu ist das Ministerium zu schade."

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