Sommerzeit ist Ferialjobzeit: Immer auf die Sicherheit achten

Tipps vom Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle Wien

Wien (OTS) - Sommerzeit ist Ferialjobzeit. Für Jugendliche eine Chance, eigenes Geld zu verdienen und in einen Wunschberuf hinein zu schnuppern. Unternehmen können die Haupturlaubszeit durch Ferialpraktikanten überbrücken und potenzielle neue Mitarbeiter kennen lernen. Leider passieren im Ferialjob immer wieder schwere Arbeitsunfälle, die es zu vermeiden gilt: Jugendlichen bedürfen auf Grund ihrer noch geringen Erfahrung, ihrer körperlichen und geistigen Eigenschaften eines besonderen Schutzes. Der Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle Wien hat einige Sicherheitstipps für Ferialpraktikanten, ihre Eltern und die Arbeitgeber zusammengefasst.

Jugendliche Ferialpraktikanten sind keine Lehrlinge, sie haben keine einschlägige Ausbildung und dürfen nicht im selben Umfang in der Praxis eingesetzt werden. Während zum Beispiel ein Baulehrling in seiner Ausbildung auf Gerüsten bis zu einer Höhe von vier Metern arbeiten darf, ist das für Ferialpraktikanten nicht erlaubt.

Wie unterstützen Eltern ihr Kind bei der Auswahl des richtigen weil sicheren Ferialjobs am besten?

- Es ist vorteilhaft, persönliche Netzwerke, Freunde und Verwandte zu nutzen. So bekommen Eltern tiefere Einblicke in Unternehmen (welche Tätigkeiten werden durchgeführt, in welcher Form wird dort gearbeitet, passieren viele Unfälle, usw.)

- Beim Vorstellungsgespräch dabei sein und sich genau über die zu bewältigenden Aufgaben informieren.

- Eltern wissen am besten über die Eigenschaften ihrer Kinder Bescheid. Hinterfragen Sie, ob ihr Kind in der Lage sein wird (Konstitution, körperliche Leistungsfähigkeit usw.) den Ferialjob problemlos zu absolvieren.

- Nach Antritt über den Ferialjob reden - kommt den Jugendlichen etwas gefährlich vor, fürchten sie sich vor etwas?

- Oft ist ein Ferialjob die erste Möglichkeit in einen Beruf hinein zu schnuppern. Durch Übermotivation wird dann gerne über Gefahren hinweg gesehen. Geben Sie ihrem Kind die Botschaft mit, dass es in einigen Situationen legitim ist, die eigene Tätigkeit zu hinterfragen. Ein umsichtiger Vorgesetzter wird es verstehen, wenn man sich bestimmte Dinge aus mangelnder Erfahrung nicht zutraut.

Wo können sich Eltern informieren?

- In der Regel fällt die Beschäftigung unter das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG). Dann sind das Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz (KJBG und die KJBG-VO - Verordnung über Beschäftigungsverbote und -beschränkungen für Jugendliche) und das ASchG einzuhalten. Diese Gesetze und Verordnungen sind kostenlos von der Website des Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) http://www.ris.bka.gv.at downloadbar.

- Die Unfallverhütungsdienste der AUVA beraten Sie gerne kostenlos zur jeweiligen Problemstellung. Für Wien, Niederösterreich und Burgenland wenden Sie sich an sichereswissen@auva.at oder an (01) 33133-252.

Welche Kriterien sind für Unternehmen zu beachten?

- Art des Ferialjobs

In der Praxis gibt es mehre Beschäftigungsarten (Volontariat, Ferialpraktikum, Ferialarbeitnehmer, Schnupperlehre) mit den unterschiedlichsten Zielen. Als Ferialarbeitnehmer gelten alle, die während der Ferien Geld verdienen möchten und kein Pflichtpraktikum für Schule oder Hochschule absolvieren.

- Alter des Ferialarbeitnehmers

Personen bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres (oder bis zur späteren Beendigung der Schulpflicht) gelten gesetzlich als Kinder. Kinderarbeit ist abgesehen von ein paar Ausnahmen (z.B. Musikaufführungen, Theatervorstellungen, usw.) generell verboten. Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres gelten gesetzlich als Jugendliche.

Für Jugendliche findet man in den gesetzlich relevanten Vorschriften (KJBG, KJBG-VO) Beschäftigungsverbote. Wer das 18. Lebensjahr (z.B. Studenten) vollendet hat, gilt als normaler Arbeitnehmer, der nach Erfüllung der arbeitnehmerschutzrelevanten Grundlagen (Evaluierung, Unterweisung, usw.) für alle Tätigkeiten herangezogen werden kann.

- Welche Tätigkeiten darf der jugendliche Ferialarbeitnehmer durchführen?

Aus Sicht des Arbeitnehmerschutzes ist ein entsprechend hoher sicherheitstechnischer Maßstab anzusetzen. Es ist im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung (§ 4 ASchG) zu überprüfen ob der Ferialarbeitnehmer für bestimmte Tätigkeiten überhaupt herangezogen werden darf.

In der Praxis dürfen jugendliche Ferialarbeiter unter anderem Folgendes nicht:

  • Arbeiten mit gefährlichen Arbeitsstoffen,
  • mit Sägemaschinen mit Handbeschickung, Handentnahme oder Handvorschub,
  • mit Bandschleifmaschinen
  • mit handgeführtem Winkelschleifer mit einer Nennleistung über 1200 Watt
  • Arbeiten auf Stehleitern über 3 Metern Höhe
  • Auf Anlegeleitern über 5 Metern Höhe
  • Auf Gerüsten
  • an Verkaufsstellen vor Geschäften im Freien jobben
  • Reinigungs- oder Wartungsarbeiten auf Dächern ohne technische Absturzsicherung, uam.

Fotolink:
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Über die AUVA:

Bei der AUVA sind rund 4,7 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 450.000 Selbständige
sowie 1,4 Millionen Schüler, Studenten und Kinder im verpflichtenden Kindergartenjahr. Die Landesstelle Wien betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42 Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie 1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige Kernaufgabe der AUVA - die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei weiteren Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.

Rückfragen & Kontakt:

Gabriela Würth
Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
Telefon mobil: 0676-33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth@auva.at
Im Internet: www.auva.at/wien.

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