"kreuz und quer" am 23. Juli: "Nelson Mandela - Eine Ikone zwischen Leben und Tod" und "Faszination Kabbala"

Wien (OTS) - "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zeigt am Dienstag, dem 23. Juli 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 Regina Strasseggers Film "Nelson Mandela - Eine Ikone zwischen Leben und Tod". Seit Nelson Mandela vor wenigen Wochen in das Mediclinic Heart Hospital in Pretoria eingeliefert wurde, ist das Spitalsportal in der Celliersstreet eine Pilgerstätte der anderen Art. Südafrika, das der Versöhner Mandela 1994 als Regenbogennation in die internationale Völkergemeinschaft zurückgeführt hatte, liegt in Agonie. Korruption, Misswirtschaft, Massenarmut, Grabenkämpfe zwischen Gewerkschaften und Minenbetreibern überschatten das langsame Sterben des Vaters der Nation.

Die Kabbala war jahrhundertelang nur wenigen, spirituell reifen jüdischen Männern zugänglich. Doch nun entdecken Hunderttausende die Mysterien der alten Lehre - auch Nichtjuden. Fritz Kalteis hinterfragt in der Dokumentation "Faszination Kabbala" um 22.50 Uhr den spirituellen Megatrend: Magie, Mystik oder Kult - was steckt hinter der Faszination Kabbala?

"Nelson Mandela - Eine Ikone zwischen Leben und Tod" - Ein Film von Regina Strassegger

Anfang Juni wurde der ehemalige südafrikanische Präsident und Freiheitskämpfer Nelson Mandela wegen einer schweren Lungenentzündung in das Mediclinic Heart Hospital in Pretoria eingeliefert. Seither ist das Spitalsportal zu einer Pilgerstätte der anderen Art geworden - erst recht an seinem 95. Geburtstag, den Mandela am vergangenen Donnerstag feierte: Die Bereitschaftspolizei von Pretoria singt dem Anti-Apartheitskämpfer ein Ständchen, Schulkinder unterschiedlicher Hautfarbe bringen selbstgestaltete Zeichnungen, Prediger beschwören vor dem Bilder- und Blumenwall am Gitterzaun mit Psalmen ihren Gott, er möge "Tata Mandela" gnädig sein.

Über den tatsächlichen Gesundheitszustand von Madiba, wie Nelson Mandela nach seinem Stammesnamen genannt wird, erfährt die Öffentlichkeit wenig. In den vergangenen Tagen besagten Gerüchte, Mandela werde von einer Herz-Lungenmaschine am Leben erhalten; er müsse alle drei Stunden dialysiert werden; die Ärzte hätten der Familie die Wahl offen gelassen, die Geräte abzustellen. Derzeit jedoch heißt es, Nelson Mandela ginge es wieder besser; möglicherweise könne er bald schon das Krankenhaus verlassen.

Auch wenn sich Südafrika damit abgefunden hat, dass der Freiheitskämpfer nicht ewig leben wird, bedeutet sein Sterben und Tod eine Zäsur für das Land. Bis heute gilt Nelson Mandela als höchste moralische Instanz im Land. Von moralischem Handeln war in den vergangenen Jahren im alltäglichen Politikbetrieb in Südafrika wenig zu spüren. Nelson Mandela wird als letzter der großen ANC(African National Congress)-Führer anerkannt, denen es um Freiheit und Frieden für alle ging. Seinem ANC-Kollegen und jetzigen Präsidenten Südafrikas Jacob Zuma scheint es vielmehr um Macht und Geld als um Freiheit und Frieden zu gehen.

Paul Verryn, der methodistische Pfarrer und ehemalige Bischof von Johannesburg, war im Befreiungskampf gegen die Apartheit neben Nelson Mandela an vorderster Front tätig. Heute wirkt der 61-Jährige -selbst in den eigenen Reihen umstrittene - Kirchenmann noch immer im Sinne des Mandela-Credos, "a better life for all", an der Basis. Verryn vermittelt zwischen rivalisierenden Fraktionen im akuten Mienenkonflikt, hilft Tausenden Flüchtlingen, unterstützt Entrechtete im Kampf gegen Immobilienhaie. Der Methodist wirkt als Christ und Menschenrechtsaktivist am Vermächtnis der noch lebenden Legende Nelson Mandela.

"Faszination Kabbala - Magie - Mystik - Kult" - Ein Film von Fritz Kalteis

"Die Kabbala ist die Schöpfung - die Erschaffung der Welt!", sagt der Direktor der Jerusalemer Kabbala-Akademie. Die Kabbala soll den Schlüssel zu den größten Geheimnissen des göttlichen Lebens bergen. Kein geringer Anspruch, der dazu beigetragen hat, dass die Kabbala wie kaum ein anderes Gedankengebäude von einer Aura des Geheimnisvollen umgeben ist. Fakt ist: Die Kabbala ist die mystische Tradition im Judentum. Kabbalistinnen und Kabbalisten suchen nach einer unmittelbaren Beziehung zu Gott - über Studium und Meditation. Die Kabbala wurde aber auch stets mit Magie in Verbindung gebracht. Amulette, Talismane und Zaubersprüche sollten vor bösen Mächten schützen. Der Film zeigt auch die dunkle Seite der Kabbala und damit ihren Missbrauch: Todesflüche beispielsweise, die gegen israelische Politiker wie Itzhak Rabin ausgesprochen wurden. In der Kabbala liegt auch der Ursprung eines bekannten Mythos der europäischen Kultur: der Prager Golem. Der Film geht der Legende von der Schaffung eines künstlichen Menschen auf den Grund und entlarvt sie als kühne Fälschung zweier geschäftstüchtiger Rabbiner.

Selbstbedienungsladen oder jüdische Geheimlehre?: Regisseur Fritz Kalteis geht in seiner Dokumentation einerseits der Geschichte, Tradition und Essenz der Kabbala auf den Grund und zeigt andererseits, wie sich auch Nichtjuden die Kabbala auf ihre ganz persönliche Art und Weise zu eigen machen. "Ich sehe die Kabbala wie einen Selbstbedienungsladen ... wer essen will, soll kommen. Aber es geht keiner hin und sagt, iss das jetzt, weil sonst kommst du in die Hölle", sagt Christian Igler, Kabbala-Schüler und getaufter Christ aus Wald am Schoberpass. Er versenkt sich seit zehn Jahren unter Anleitung der Kabbala-Schule Bnei Baruch in die Geheimnisse der alten Lehre - auch um sein eigenes Leben in den Griff zu bekommen. Nach Schicksalsschlägen wie einer Querschnittlähmung und einer Krebserkrankung findet er darin neuen Lebenssinn und Antworten auf existenzielle Fragen. Damit steht Igler auf der einen Seite einer tiefen Bruchlinie, die die Kabbala durchzieht.

Ein solcher Zugang zur Kabbala stößt viele Juden und auch Judaisten vor den Kopf: Schließlich ist die Kabbala für sie die mystische Tradition im Judentum, die auch nur Juden und Jüdinnen tatsächlich verstehen können. Der Zugang zur Kabbala war stets auf jüdische Männer jenseits der 40 beschränkt, die tief im Glauben verwurzelt waren. Nun holen populäre Kabbalaschulen die Lehre aus dem Kreis kleiner Zirkel und machen sie der ganzen Welt zugänglich. Das kann mitunter auch gefährlich sein, sagt der Judaist Klaus Davidowicz von der Universität Wien: "Der, der sich damit befasst, sollte ein stabiler Charakter sein, fest auch im Leben und in der Erde stehen, bevor er sich mit himmlischen Welten abgibt."

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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