Mindestsicherung: Soziale Hängematte ist für AKNÖ ein Märchen

In NÖ werden pro BezieherIn 167 Euro Mindestsicherung ausbezahlt

Wien (OTS/AKNÖ) - Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung eine soziale Hängematte? Für AKNÖ-ExpertInnen ein modernes Märchen. Dem widersprechen schon die Daten des Sozialstatistischen Handbuchs der AKNÖ - und der Landesregierung. Die zeigen: Praktisch niemand lebt von der Mindestsicherung allein.

19.158 NiederösterreicherInnen haben im Jahr 2012 durchschnittlich Bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS) bezogen, zeigt das Sozialstatische Handbuch der AKNÖ: 5.450 Männer und 7.600 Frauen, der Rest waren Kinder, für deren Lebensunterhalt es Aufzahlungen durch die BMS gibt. Gekostet hat das das Land Niederösterreich exakt 38.420.174 Euro. "Entgegen der weit verbreiteten Meinung zeigen die Zahlen, dass nur ein verschwindend geringer Teil den vollen Betrag von Euro 794 Mindestsicherung im Monat bezieht. Im Schnitt bekommen nämlich BezieherInnen nur 167 Euro im Euro. Vielmehr ist die Mindestsicherung in der Praxis meistens ein Zuschuss zum Einkommen von Teilzeitbeschäftigten, Arbeitslosen und NotstandhilfebezieherInnen, um ein Leben unter dem Existenzminimum zu verhindern", analysiert AKNÖ-Sozialrechtsexperte Maximilian Weh.

Jeder fünfte Mindestsicherungsbezieher ist laut Weh ein alleinerziehender Elternteil. "In der Beratung ergibt sich oftmals das Problem, dass Alleinerzieherinnen aufgrund von Kinderbetreungspflichten nur Teilzeitstellen annehmen können. Ihr Einkommen bewegt sich in der Regel unter dem Existenzminimum - sie sind daher auf den Bezug von Mindestsicherung angewiesen, um ihren Lebensunterhalt sichern zu können."

Deutlich mehr BezieherInnen von BMS

Ein Problem, das nicht kleiner wird. Seit dem Jahr 2011 ist die Zahl der BezieherInnen um 2.500 gestiegen. Das entspricht der Einwohnerzahl der Gemeinde Reichenau an der Rax. Etwa jede/r fünfte BezieherIn lebt in den Städten St. Pölten, Krems a.d. Donau und Wr. Neustadt, nämlich 3.500. "Das liegt zum einen daran, dass sich Menschen in größeren Städten weniger oft schämen, wenn sie staatliche Leistungen beantragen. Zum anderen ziehen Städte mit ihrer besseren Infrastruktur Armut an", sagt Weh.

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AKNÖ-Sozialrecht, Maximilian Weh
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