Papst: Kirche darf vor lauter Strukturen Christus nicht vergessen

Franziskus bei Angelus-Gebet: Geistliche Besinnung und konkreter Dienst am Mitmenschen gehören in einem christlichen Leben untrennbar zusammen

Vatikanstadt, 21.07.13 (KAP) Papst Franziskus hat vor einer zu starken Konzentration auf Strukturen in der katholischen Kirche gewarnt. Dies berge die Gefahr, dass die Gläubigen letztlich nicht Gott dienten, der in im hilfsbedürftigen Mitmenschen anwesend sei, sondern nur sich selbst, sagte Franziskus am Sonntag beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Die zentrale Rolle Christi gerate so in Vergessenheit. Zugleich wandte sich der Papst gegen eine einseitig kontemplativ ausgerichtete Kirche. Das Gebet müsse stets praktische Konsequenzen haben. "Ein Gebet, das nicht zur konkreten Aktion zugunsten des armen, kranken und hilfsbedürftigen Bruders führt, der in Schwierigkeiten ist, bleibt steril und unvollständig", so Franziskus vor mehreren zehntausend Menschen.

Geistliche Besinnung und konkreter Dienst am Mitmenschen seien keine Gegensätze, sondern gehörten in einem christlichen Leben untrennbar zusammen, hob er in seiner Ansprache hervor. Ausgangspunkt der Äußerungen war die biblische Geschichte über Jesu Besuch bei den Schwestern Maria und Marta. Während Maria nach dem Bericht des Evangelisten Lukas Jesu Worten zuhört, bereitet ihre Schwester Marta das Essen vor. Als sich Marta daraufhin bei Jesus über die Untätigkeit ihrer Schwester beschwert, antwortet ihr dieser: "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig."

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