Kinderliga: Wegsperren von verhaltensauffälligen oder straffälligen Jugendlichen ist keine taugliche Präventionsmaßnahme!

Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit verurteilt die im heutigen Mittagsjournal gestellte Forderung der Familienrichter

Wien (OTS) - Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) zeigt sich schockiert über die von Seiten der österreichischen Familienrichter im heutigen Mittagsjournal erhobene Forderung nach Einrichtungen, die es erlauben, verhaltensauffällige Jugendliche wegzusperren, noch bevor sie straffällig werden, oder auch straffällige Jugendliche, bevor sie das Haftalter erreicht haben.

Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit (Kinderliga) befremdet die Aussage, dass Geld in einer derartigen Maßnahme gut angelegt sei. "Dies ist ein völliges Missverständnis des Präventionsgedankens. Präventionsmaßnahmen müssen Kinder und Jugendliche in deren Lebensgeschichte so erreichen und begleiten, dass es ihnen gelingt, ihr Leben ohne Straffälligkeiten zu meistern. Dort gehört das Geld investieren. So ist es etwa in Modellstädten wie der deutschen Stadt Dormagen mit Angeboten der "Frühen Hilfen" oder der "Präventionskette" gelungen, die Kriminalitätsrate um 50% zu senken " so Vavrik.

Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen oder mit Entwicklungsproblemen brauchen früh einsetzende, engagierte und tragfähige Unterstützung, um ihr Leben zu meistern und ihre positiven Potentiale zu entfalten. Die Haltung gegenüber Jugendlichen, die bereits verhaltensauffällig oder auch straffällig geworden sind, muss darauf gerichtet sein, ihnen zu ermöglichen, in ein normales Leben ohne Gewalt und Kriminalität zurück zu finden. Wegsperren und Verwahren sind keine sinnvollen und zukunftsorientierten Mittel dafür. "Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, Kindern und Jugendlichen eine Zukunft mit Chancen zu ermöglichen. In einem reichen Land wie dem unseren muss es selbstverständlich sein, sich der Schwächsten anzunehmen; auch und gerade dann, wenn sie verhaltensauffällig oder straffällig geworden sind. Nur so können sie die Gewaltspirale durchbrechen und in ihrem weiteren Leben einen gesunden und wertvollen Platz in unserer Gesellschaft einnehmen", ist Vavrik überzeugt.

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