Der "Kulturmontag" am 22. Juli in ORF 2 über Johnny Depp, Gustavo Dudamel und Gustav Mahler

Außerdem: "Mahler auf der Couch" im "art.film"

Wien (OTS) - Einer der erfolgreichsten Männer Hollywoods, ein Musiker zwischen Sozialprojekt und Superstar und ein Musikrevolutionär seiner Zeit - diesen Persönlichkeiten widmet sich Clarissa Stadler am Montag, dem 22. Juli 2013, ab 22.30 Uhr in ORF 2 im "Kulturmontag":
Hollywoods Paradeexzentriker Johnny Depp, der im Juni seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, kämpft in den österreichischen Kinos in "Lone Ranger" demnächst als Indianer gegen das Böse. Der junge venezolanische Stardirigent Gustavo Dudamel gastiert heuer mit seiner sozialreformerischen Musikschule "El Sistema" im Großen Festspielhaus in Salzburg. Außerdem beleuchtet der "Kulturmontag" den Musikrevolutionär Gustav Mahler und seine Zeit. Um 23.10 Uhr präsentiert das Dokumentarspiel "Meine Zeit wird kommen - Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner", bevor um 0.00 Uhr im gleichnamigen vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens geförderten und prämierten Drama "Mahler auf der Couch" Platz nimmt.

Super-Star: 50 Jahre Johnny Depp - Hollywoods Paradeexzentriker als Indianer

"Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient", schrieb George Orwell. Johnny Depp muss etwas richtig gemacht haben. Ein halbes Jahrhundert ist er jetzt alt und geht immer noch als Jungrocker durch. Mit Mitte 20 war er bereits Teenie-Idol, die Fernsehserie "21, Jump Street" hatte ihm zu ungeahnter Popularität verholfen. "Der dümmste Job, den ich je gemacht habe", sagte er später dazu. Heute kreischen die Teenies immer noch, wenn Depp über die roten Teppiche der Welt schreitet. Seit seiner Rolle als leicht tuntiger, unter Gleichgewichtsstörungen leidender Pirat in "Fluch der Karibik" ist er der bestbezahlte Schauspieler der Welt. Seinen Ruf erarbeitete er sich aber als Paradeexzentriker und fulminanter Porträtist in Independent-Filmen. Demnächst kommt er wieder mit einem Blockbuster in die Kinos: In "Lone Ranger" spielt er - durch dessen Adern angeblich Cherokee-Blut fließt - einen Indianer.

Jugend-Bewegung: Gustavo Dudamel und "El Sistema": Der Stardirigent gastiert in Salzburg

Auch er scheint alterslos zu sein, ist so etwas wie das ewige Wunderkind: der junge venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel. Er ist Virtuose und Euphoriker, so etwas wie die personifizierte Musikbegeisterung seiner Heimat. Sein Credo: Musik bewegt - unsere Körper, Seelen - und auch soziale Projekte. Groß geworden ist er mit "El Sistema", der sozialreformerische Musikschule in Venezuela. Er selbst arbeitet intensiv mit jungen Musikern aus bildungsfernen Schichten, selbst heute noch als Chefdirigent des Los Angeles Philharmonic Orchestra. "El Sistema" ist heuer mit 1.300 Kindern und zahlreichen Konzerten im Großen Festspielhaus in Salzburg zu Gast. Der "Kulturmontag" über einen Musiker zwischen Sozialprojekt und Superstar.

Welten-Stürmer: Gustav Mahler - Der Musikrevolutionär und seine Zeit

Widerständig, in Opposition zur Welt, jedem Idyll misstrauend - das gilt für die Musik Gustav Mahlers, dem heuer die Salzburger Festspiele einen großen Zyklus widmen: Alle neun vollendeten Symphonien werden aufgeführt. Mit jeder seiner Symphonien erschuf der Musikrevolutionär einen ganzen Kosmos - und das so kühn, so verzweifelt, so gegen den sogenannten guten Ton verstoßend, dass ein Kritiker sogar eine Gefängnisstrafe für ihn forderte. Mahlers Welt war die brüchig gewordene Donaumonarchie in all ihren radikalen Widersprüchen. Inmitten eines zerklüfteten Jahrhunderts geboren, fand er zu seiner Tonsprache. Gustav Mahler litt an der Welt. War er deswegen ein politischer Mensch? Ein sozialer Mensch? Der "Kulturmontag" fragt nach.

Der "Kulturmontag" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

"Meine Zeit wird kommen - Gustav Mahler in den Erinnerungen von Natalie Bauer-Lechner", 23.10 Uhr

Als Studierende am Wiener Konservatorium lernten einander der spätere österreichische Komponist, Dirigent und langjährige Hofoperndirektor Gustav Mahler und die Bratschistin Natalie Bauer-Lechner kennen. Der erst 15-jährige Einwanderer aus der böhmisch-mährischen Provinz hatte auf die 17-Jährige aus großbürgerlichem Verlegerhaus als Musiker einen "unauslöschlichen Eindruck" gemacht. Wenig später wohl auch als Mann, denn obwohl Bauer-Lechner innerhalb der 27-jährigen Verbindung zu Mahler zehn Jahre lang mit einem anderen Mann verheiratet war, riss die tiefe geistige Beziehung nie ab. Die innige Künstler-Liebe aber blieb letztlich unerfüllt.

Drei Jahre hat Regisseurin Beate Thalberg an diesem Film gearbeitet. Es gelang ihr, die Original-Tagebücher Bauer-Lechners einzusehen, die sich in Paris in Privatbesitz befinden und seit 60 Jahren niemandem vollständig zugänglich waren. Ein Auszug aus den Aufzeichnungen wurde 1923 "unter Weglassung alles allzu Persönlichen" veröffentlicht. Seitdem zitiert die Wissenschaft daraus wichtige Äußerungen Mahlers zur Entstehung seiner Werke. Natalie Bauer-Lechner aber geriet zur Fußnote. Auch "dank" der Legendenbildung Alma Mahlers, die nach dem Tod ihres Mannes jede Vorgängerin marginalisierte und auch die Veröffentlichung der Tagebücher Natalies zu verhindern wusste.

"art.film: Mahler auf der Couch", 0.00 Uhr

Im Sommer 1910 trifft ein Brief den 50-jährigen Gustav Mahler (Johannes Silberschneider) wie eine Bombe. Er ist an ihn adressiert, aber für seine junge Frau Alma (Barbara Romaner) bestimmt. In seiner Verzweiflung konsultiert er Sigmund Freud (Karl Markovics). Ein Ehedrama aus der Welt der symphonischen Musik mit einem guten Schuss Humor.

Kulturmontag" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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