Reisestorno: Versicherer müssen bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit zahlen

AKNÖ unterstützt ehemalige Beschäftigte von insolventen Unternehmen wie Alpine und dayli

Wien (OTS) - Viele Reisestornoversicherungen decken auch das Risiko einer unerwarteten Kündigung durch den Arbeitgeber ab. Ein zwar eher selten eintretender Versicherungsfall, der aber im heurigen Jahr auf-grund der Insolvenz mehrerer großer Unternehmen kurz vor der Urlaubszeit an Bedeutung gewinnt. Leider kommt es bei der Abwicklung gelegentlich zu Schwierigkeiten.

Das zeigt das Beispiel eines ehemaligen Beschäftigten der Firma Alpine, der durch die Insolvenz des Baukonzerns seinen Arbeitsplatz verlor. Er stornierte aufgrund der ungewissen Zukunft seine bereits gebuchte Urlaubsreise und machte die Stornogebühren im Rahmen seiner Reisestornoversicherung geltend. Die Versicherung verweigerte jedoch die Kostenübernahme mit dem Argument, dass er nicht gekündigt worden, sondern selber aus dem Dienstverhältnis ausgetreten sei.

Aus diesem Grund weist die NÖ Arbeiterkammer darauf hin, dass Versicherungen, die Schutz bei Arbeitgeberkündigung anbieten, auch im Falle des berechtigten Austritts zur Leistung verpflichtet sind.

AKNÖ-Konsumentenrechtsexperte Mag. Manfred Neubauer: "Wenn der Dienstgeber die Gehaltszah-lung einstellt, so hat der Arbeitnehmer das Recht, aus dem Dienstverhältnis auszutreten. Dieser Aus-tritt ist bei allen Rechtsverhältnissen der Kündigung durch den Arbeitgeber gleichzusetzen. Das gilt auch für Reisestornoversicherungen. Wer daher aufgrund unverschuldeter Arbeitslosigkeit seine Ur-laubsreise stornieren muss, dem raten wir zu prüfen, ob die Stornokosten durch die Versicherung gedeckt sind. Bei Schwierigkeiten mit den Versicherungsunternehmen stehen wir als NÖ Arbeiter-kammer unseren Mitgliedern mit Beratung und nötigenfalls auch mit Rechtsschutz zur Seite."

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenberatung, Mag. (FH) Manfred Neubauer
Tel.: (01) 58883-1335
manfred.neubauer@aknoe.at
http://noe.arbeiterkammer.at

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