Elektro- und Elektronikindustrie entwickelt sich seitwärts

FEEI fordert mind. 100 Mio. für IKT-nahe FuE-Förderung sowie flexible arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen

Wien (OTS) - "Wir waren etwas zu optimistisch", sagt Brigitte Ederer, Präsidentin des FEEI - Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie anlässlich der heutigen Präsentation des Wirtschaftsberichtes der Branche. Zwar blieb der Produktionswert 2012 mit 12,73 Mrd. Euro auf hohem Niveau, gegenüber 2011 ist das jedoch ein Rückgang von 1,2%. Auch im ersten Quartal 2013 setzte sich der leichte Abwärtstrend fort. Die Exporte stiegen 2012 zwar aufgrund einer guten Performance in Asien und Nordamerika um 3%. Das Fehlen großer Impulse aus dem europäischen Markt, der mit über 60% Anteil nach wie vor wichtigster Exportmarkt ist, und der weitere Rückgang des Inlandsmarktes konnten damit aber nicht kompensiert werden.

"Wir fahren noch nicht rückwärts, angesichts der nach wie vor schwachen internationalen Konjunktur rechnen wir jedoch für das laufende Geschäftsjahr 2013 maximal mit einer Seitwärtsbewegung der Branche", so Ederer. Auch bei den Beschäftigten spiegelt sich die wirtschaftliche Situation wider. Ende 2012 waren 59.295 Personen (minus 1,59% gegenüber Ende 2011) in der Elektro- und Elektronikindustrie beschäftigt. In den ersten drei Monaten sank der Personalstand um weitere 2,6%. Angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes hat für Brigitte Ederer die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Elektro- und Elektronikindustrie oberste Priorität. Der FEEI hat dafür ein 6-Punkte-Programm entwickelt. Die Aufstockung der IKT-nahen Forschungsförderung sowie flexible arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen sind darin die Top-Themen zur Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen am Standort Österreich.

mindestens 100 Mio. Euro für IKT-nahe Forschungsförderung

"Die Elektro- und Elektronikindustrie ist vor allem bei Technologien, die durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für mehr Intelligenz und Effizienz im Alltag sorgen, der Innovationstreiber. Von intelligenten Energieinfrastrukturen, über Verkehrsleitsysteme bis hin zur energieeffizienten Waschmaschine entwickeln und produzieren die Unternehmen am Standort Österreich Produkte und Anwendungen, die zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen wesentlich beitragen", erklärt FEEI-Geschäftsführer Lothar Roitner. Um dieses Know-how auch in Zukunft am Standort zu halten, fordert er die Aufstockung der IKT-nahen Forschungsförderung um mindestens 100 Millionen Euro. Rund 40 Millionen sollen davon für die Aufstockung bestehender IKT-Forschungsprogramme verwenden werden. Die restlichen 60 Millionen sollen in den Ausbau von IKT-nahen FuE-Infrastrukturen sowie in die Förderung intelligenter Produktionstechnologien fließen. Finanziert werden sollen die Ausgaben durch die Einnahmen aus der Versteigerung der Mobilfunk-Frequenzen, für die ein Mindestangebot von 526 Mio. Euro errechnet wurde. "Bei einem höheren Erlös sollte mindestens 1/4 davon in die Branche rückinvestiert werden. IKT sind die Zukunft und wir haben in diesem Technologiefeld in Österreich Weltmarktführer, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Daher müssen wir alles tun, um die Rahmenbedingungen für die produzierenden Unternehmen am Standort bestmöglich zu gestalten", unterstreicht Roitner seine Forderung.

Flexible Arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen

Die Produktion in der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie ist zu 80% von internationalen Aufträgen abhängig. Unflexible, restriktive arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen verringern den Spielraum der Unternehmen, um Konjunktur- und Auftragsschwankungen auszugleichen. "Flexible Produktionsbedingungen ermöglichen dagegen eine kurzfristige, nachfrageorientierte Anpassung an die Kunden- und Markterfordernisse. Das hilft letztlich nicht nur dem Arbeitgeber, sondern auch dem Arbeitnehmer", plädiert Lothar Roitner für eine Ausweitung der Flexibilität bei den Arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen. Vor allem geht es dem FEEI-Geschäftsführer um eine Ausweitung der Durchrechnungszeiträume und die Erhöhung der Bandbreiten bei gleichzeitiger Entlastung der Arbeitskosten. "Für eine flexible und leistungsorientierte Gestaltung der Arbeitszeit und Lohnpolitik benötigen wir einen starken sozialpartnerschaftlichen Dialog. In der EEI haben wir damit seit Jahren ausgezeichnete Erfahrungen", betont Roitner.

3.000 Mitarbeiter interessieren sich für Freizeitoption

Die Branche ist seit Jahren Vorreiter bei der Gestaltung moderner arbeitsrechtlicher Rahmenbedingungen. Zuletzt entwickelte man mit den Gewerkschaften die sogenannte Freizeitoption. Diese ermöglicht den Unternehmen bzw. Arbeitnehmern eine Umwandlung der IST-Erhöhung in Freizeit. "Die neue Option ist ein überaus innovatives Flexibilisierungsinstrument im Rahmen des Kollektivvertrages der Elektro- und Elektronikindustrie, das speziell älteren Beschäftigten zu Gute kommen soll Dementsprechend groß ist auch das Interesse in den Unternehmen. Derzeit gibt es Freizeitoptionsbetriebsvereinbarungen in 19 Unternehmen mit über 3000 interessierten Mitarbeitern", berichtet Roitner abschließend.

Über den FEEI:

Der Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie vertritt in Österreich die Interessen von knapp 300 Unternehmen mit knapp 59.000 Beschäftigten und einem Produktionswert von 12,73 Milliarden Euro (Stand 2012). Gemeinsam mit seinen Netzwerkpartnern - dazu gehören u. a. die Fachhochschule Technikum Wien, das Forum Mobilkommunikation (FMK), das UFH, das Umweltforum Starterbatterien (UFS), der Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT) und der Verband der Bahnindustrie (bahnindustrie.at) - ist es das oberstes Ziel des FEEI, die Position der österreichischen Elektro- und Elektronikindustrie im weltweit geführten Standortwettbewerb zu stärken. Weitere Informationen und Pressemeldungen sowie Bildmaterial finden Sie unter http://www.feei.at/presse/.

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