"kreuz und quer" am 16. Juli: "Gebt mir mein Gesicht zurück" und "Dorf der Frauen"

Wien (OTS) - Frauen mit verbrannten, verätzten, bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gesichtern: Sie sind Opfer von Säureanschlägen, die von eifersüchtigen Ehemännern und abgewiesenen Liebhabern, also von Männern, die sich in ihrer Ehre verletzt fühlen, durchgeführt worden sind. Wie solchen schwer misshandelten Frauen geholfen werden kann, zeigt die einfühlsam gestaltete Dokumentation "Gebt mir mein Gesicht zurück" von Sharmeen Obaid Chinoy und Daniel Junge, die am Dienstag, dem 16. Juli 2013, um 22.30 Uhr in ORF 2 in "kreuz und quer" - präsentiert von Doris Appel - zu sehen ist.

Um 23.20 Uhr dokumentiert Francois de Roubaix in "Dorf der Frauen", wie die Frauen im kenianischen Dorf Umoja ihren Weg zu mehr Unabhängigkeit und Selbstbestimmung finden

"Gebt mir mein Gesicht zurück" - Ein Film von Sharmeen Obaid Chinoy und Daniel Junge (deutsche Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Dr. Mohammad Jawad, ein aus Pakistan stammender plastischer Chirurg, gilt in London als renommierter Schönheitsexperte. Als Dr. Jawad von den entsetzlichen Gräueltaten an jungen Frauen in Pakistan hört, entschließt er sich, seine Erfahrungen als plastischer Chirurg zu nutzen, um den Opfern von Säureanschlägen in seinem Heimatland zu helfen. In einer Spezialklinik in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad setzt er neueste medizinische Methoden ein, um die vernarbten und entstellten Gesichter zumindest so weit wieder zu rekonstruieren, dass die Frauen ein einigermaßen normales Leben führen können. Die im Jahr 2012 mit dem Oscar für den besten Kurzdokumentarfilm ausgezeichnete Produktion vermittelt auch einen guten Einblick in eine weitgehend von Männern dominierte Welt, in der noch viel getan werden muss, damit Frauen selbstbestimmt in Würde und gleichberechtigt leben können.

"Dorf der Frauen" - Ein Film von Francois de Roubaix

Am Rande des Samburu-Nationalparks in Kenia liegt Umoja - auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf in der afrikanischen Savanne:
Einfache Lehmhütten auf trockener roter Erde, Kinder spielen, Ziegen meckern. Und doch ist hier alles anders: In Umoja leben ausschließlich Frauen. Seit 1990 finden sie hier Zuflucht vor Zwangsehe, Männergewalt oder Genitalverstümmelung. Gemeinsam haben sich die Frauen hier eine neue Existenz aufgebaut und übernehmen ganz selbstverständlich auch traditionell männliche Aufgaben wie Viehzucht oder Schlachten. Eine Provokation für die patriarchal geprägte Gesellschaft der Samburu.

Naporas Geschichte ist beispielhaft für das Schicksal vieler Frauen im Umoja. Bei der Suche nach Feuerholz wurde sie von einem Fremden vergewaltigt. Als sie ihrem Ehemann davon erzählte, schlug und verjagte er sie. Verstoßen und gedemütigt fand sie schließlich in Umoja Zuflucht. Heute bietet ihr die Frauengemeinschaft Sicherheit, doch Naporas seelische wie körperliche Wunden heilen nur langsam. Umoja bedeutet "Einheit" auf Suaheli - und das ist es auch, was die Frauen hier finden. Im Gemeinschaftshaus oder unter der großen Akazie im Zentrum des Dorfes kommen sie regelmäßig zusammen, um sich auszutauschen. Gemeinsam versuchen sie, das Schreckliche, das jede Einzelne von ihnen erlebt hat, zu verarbeiten. "Wir wollen miteinander Spaß haben, so vergessen wir den Ärger", sagt Rebecca Lolosoli, die Gründerin des Dorfes. "Keine Demütigung mehr für diese Frauen. Nur noch Respekt!" Niemals wieder sollen Frauen missachtet oder misshandelt werden - so ihre Forderung.

Das Zusammenleben im Dorf verläuft nach selbst definierten Regeln:
Sämtliche Güter werden geteilt. Außerdem besitzen die Frauen in Umoja Haus und Land, züchten Vieh und schlachten es auch selbst - alles Rechte und Aufgaben, die ihnen außerhalb der Grenzen ihres Dorfes verwehrt bleiben. Denn bei den Samburu geht die Frau mit der Hochzeit traditionell in den Besitz des Mannes über. Dass Frauen selbst Vieh und Land besitzen, ist undenkbar. Die Männer im Nachbarort Archer's Post fühlen sich durch das neue Selbstbewusstsein der Frauen bedroht. Bei Einkäufen im Ort werden die Frauen aus Umoja mit Argwohn empfangen und bedrängt. Doch sie lassen sich durch die Widerstände nicht beirren, sie engagieren sich politisch auch außerhalb ihres Dorfes für alle Frauen in Kenia. Rebecca Lolosoli ist regelmäßig im Ausland unterwegs, um auf die Lage der kenianischen Frauen aufmerksam zu machen. Und sie ist optimistisch: "Die Zukunft sieht besser aus." Um auch finanziell unabhängiger zu werden, planen die Frauen, ein Touristencamp in Umoja zu errichten - ein weiterer Schritt zu mehr Anerkennung und Selbstbestimmung.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.

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