"Wilde, weite Welt": "Universum" nimmt Kurs auf den Pazifik

"Feuerberge - Oasen im Ozean" am 16. Juli um 20.15 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Seit 2. Juli 2013 lädt "Universum" das TV-Publikum im Rahmen der neunteiligen Serie "Wilde, weite Welt" zu einer Reise zu den schönsten Naturparadiesen unseres Planeten - von den Polarkreisen nach Afrika, von tropischen Inseln in die eisigen Höhen der höchsten Berge Asiens - in neun Folgen mit fünf Filmen in Kinofilmlänge. Ziel der "Universum"-Reise am Dienstag, dem 16. Juli, um 20.15 Uhr in ORF 2 ist Vanuatu, eine idyllische Inselwelt im Pazifischen Ozean. Auf den ersten Blick wirkt der Archipel wie ein Tropenparadies aus dem Bilderbuch. Hinter dieser Postkartenkulisse rumort es jedoch immer wieder kräftig - denn hier sind unvorstellbare Naturgewalten am Werk. Im Mittelpunkt der Dokumentation "Feuerberge - Oasen im Ozean" von Bertrand Loyer (deutsche Bearbeitung: Ivo Filatsch) steht "Epi B", ein Unterwasservulkan vor Vanuatu. Seine Geburt geht auf einen Ausbruch am Meeresgrund zurück, der sich vor etwa 300.000 Jahren ereignete.

Seit Urzeiten dringt glutflüssiges Gestein aus Magmakammern tief unter dem Meeresboden. Dieser Vorgang hält bis heute an; er schuf das Fundament für eine Vielzahl von Vulkanen. Mit der Zeit wachsen vom Grund des Ozeans mächtige Feuerberge empor - manche davon sogar über die Meeresoberfläche hinaus, wo sie neue Inseln bilden. Schon während ihrer Entstehung unter Wasser bieten die Hänge und Flanken dieser Vulkane einzigartige Lebensräume - Oasen im Ozean. Vom uralten Sockel in der Tiefsee bis zum Gipfel, der heute nur mehr wenige Meter unter der Meeresoberfläche liegt, ließen Vulkanismus und geothermische Prozesse im Zuge des Wachstums eine Lebenszone nach der anderen entstehen - jede mit eigenen Umweltbedingungen und charakteristischen Bewohnern.

Aus den Flanken an der Basis des Unterwasservulkans erheben sich zahlreiche meterhohe Schlote: Diese "Black Smoker" verdanken ihren Namen den dunklen Wolken, die sie ausstoßen. Dabei handelt es sich um 400 Grad heißes, extrem mineralreiches und schwefelhältiges Wasser. Schwefel ist die Lebensgrundlage spezieller Bakterien - und diese stehen wiederum am Anfang einer ungewöhnlichen Nahrungskette. Rings um die Tiefseeschlote ist es stockdunkel - dorthin dringt kein Lichtstrahl. Und dennoch gedeiht hier eine faszinierende Fauna. Riesige, mehr als einen Meter lange Röhrenwürmer, Muscheln, fremdartig anmutende Fische - die Vielfalt an Organismen in dieser scheinbar lebensfeindlichen Umgebung ist enorm.

Eine Etage höher bietet sich ein anderer Anblick: Hier gibt es keine Schlote mehr. Während "Epi B" vom Meeresgrund emporwächst, wechseln Ruhephasen und Ausbrüche einander ab. Jedes Mal, wenn Lava aus dem Krater unter Wasser dringt, planiert sie die Umgebung und schafft so neuen Lebensraum. Auf dem frischen Vulkangestein siedeln sich große Kolonien von Muscheln und Krabben an. Dieses reichhaltige Nahrungsangebot lockt hungrige Räuber an - wie Vampirtintenfische und Oktopusse.

Heute liegt der Gipfel des Vulkans nur mehr knapp 30 Meter unter der Meeresoberfläche. In dieser Tiefe zeigt das Sonnenlicht bereits deutliche Wirkung - das Leben basiert nicht mehr auf chemisch gewonnener Energie, sondern auf Photosynthese. Das Resultat ist ein sehr viel komplexeres Ökosystem als in den tiefer gelegenen Regionen der Vulkanhänge. Schwämme und Seeschlangen, Fische und Garnelen, Muscheln und Muränen - die äußeren Flanken unterhalb des Vulkankraters sind Tummelplatz und Lebensraum zahlloser Meeresbewohner.

Aber damit ist die Geschichte von "Epi B" noch lange nicht zu Ende -im Gegenteil, das spannendste Kapitel steht noch bevor, wenn der Vulkan über die Meeresoberfläche hinauswächst und so eine neue Insel entsteht, auf der Landlebewesen Fuß fassen können. Das Beispiel der beiden wenige Kilometer voneinander entfernten Pazifikinseln Hunter und Matthews zeigt, welch unterschiedliche Entwicklung das Leben nehmen kann: Während sich auf Hunter Kolonien von Tölpeln, Flechten und niedrige Gräser angesiedelt haben, ist Matthews ein schroffer, öder Vulkanfelsen geblieben - und somit weit entfernt von einer Oase im Ozean.

Die weiteren Folgen im Überblick:

Wilde, weite Welt: Wildes Russland
Dienstag, 23. Juli, 20.15 Uhr, ORF 2 - 90 Minuten
Ein Film von Henry M. Mix

Wilde, weite Welt: Madagaskar
Dienstag, 30. Juli, 20.15 Uhr, ORF 2 - 90 Minuten
Ein Film von Mary Summerill, deutsche Bearbeitung: Jutta Karger

Wilde, weite Welt: Eisige Welten
Dienstag, 6. August, 20.15 Uhr, ORF 2 - 90 Minuten
Ein Film von Vanessa Berlowitz und Alastair Fothergill (Series Producers), deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr

Wilde, weite Welt: Sambesi
Dienstag, 13. August, 20.15 Uhr, ORF 2 - 90 Minuten
Ein Film von Rita und Michael Schlamberger

Wilde, weite Welt: Expedition 50 Grad - Auf dem Breitengrad der Extreme
Dienstag, 20. August, 20.15 Uhr, ORF 2 - 90 Minuten
Ein Film von Felix Heidinger und Jens-Uwe Heins

Wilde, weite Welt: Kuba - Juwel der Karibik
Dienstag, 27. August, 20.15 Uhr, ORF 2
Ein Film von Paul Reddish

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