Neues Volksblatt: "Neid-Wettbewerb" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 13. Juli 2013

Linz (OTS) - Wer LH Josef Pühringer kennt, weiß: Er beißt sich sehr lange auf die Zunge, ehe ihm öffentlich Kritik an Parteifreunden über die Lippen kommt. Loyalität innerhalb der eigenen Gesinnungsgemeinschaft ist ihm ein hohes Gut. Wenn er daher im VOLKSBLATT-Gespräch Salzburger Landespolitikern, die der ÖVP angehören, in Sachen Medizin-Fakultät "billige Argumentation" attestiert, dann darf man annehmen, dass der Ärger über die dissonanten Wortmeldungen aus Mozarts Heimat einigermaßen groß ist. Salzburg tut sich, aber auch den Bundesländern, mit der ganzen Aktion jedenfalls nichts Gutes. Denn natürlich drängt sich die Gegenfrage auf, warum Gelder, die das Nettozahlerland Oberösterreich an den Bund abliefert, als Subventionen an die Salzburger Geldadel-Festspiele gehen müssen.
Wenn es Methode wird, dass jeder dem anderen die Größe seines Kuchenstücks neidet, werden sich bald überhaupt keine großen Projekte mehr realisieren lassen. Streit zehrt, heißt es bekanntlich; ein solcher Futterneid-Streit unter den Bundesländern wäre jedenfalls ein Entwicklungs-Hemmnis. Wer aber Stillstand herbeistreitet, muss wissen, dass er Rückschritt in Kauf nimmt. Ein gewisser Wettbewerbsgedanke ist in einem föderalen Land kein Nachteil, jedenfalls verzichtbar ist aber ein Wettbewerb der Neider. Daher kämpft OÖ für eine Medizin-Fakultät und nicht gegen Salzburg.

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