Abtreibungsärztin: ÖÄK-Wechselberger erleichtert über Entscheidung der MA40

Verfahren über dauerhaftes Berufsverbot soll zügig erfolgen

Wien (OTS) - Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, zeigte sich am Freitag in einer Aussendung erleichtert darüber, dass die Wiener Magistratsabteilung 40 nach einer Anzeige nun das temporäre Berufsverbot über jene Wiener Allgemeinmedizinerin verhängt hat, in deren Praxis bei der Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen offenbar schwere Behandlungsfehler aufgetreten sind. Seitens der ÖÄK werde man darauf drängen, dass die laufenden Verfahren in der Disziplinarkommission sowie im Ehrenrat so rasch wie möglich abgewickelt werden. Darüber hinaus sieht Wechselberger eine besondere Herausforderung für die Politik darin, im Gesundheitssystem selbst einen Prozess kontinuierlicher Qualitätsverbesserung in Gang zu bringen, wie er für die medizinischen Dienstleister selbstverständlich sei.

Der ÖÄK-Präsident betonte, die Ärztinnen und Ärzte seien laufend um eine Qualitätsverbesserung bemüht. So kontrolliere die Österreichische Gesellschaft für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin (ÖQMed) Infrastruktur und Abläufe in den österreichischen Arztpraxen. In Spitälern gebe es ein standardisiertes Verfahren zur Messung der Ergebnisqualität, das heißt zur Messung der Qualität der ärztlichen Behandlung. Nach den Plänen der Bundes-Zielsteuerungskommission soll es künftig auch für Ordinationen ein ähnliches System geben, das auf internationalen Erfahrungen aufbauen und die Ergebnisqualität vergleichbar machen soll. "Wir stehen allen angemessenen Maßnahmen positiv gegenüber, die die Patientensicherheit und Qualität des Versorgungssystems erhöhen", sagte Wechselberger. Er begrüße daher den strategischen Ansatz, bereits vorhandene Routinedaten zu nutzen: "Das sollte ohne bürokratischen Mehraufwand umsetzbar sein. So könnten endlich die riesigen Mengen von Gesundheits- und Versorgungsdaten, die derzeit noch ungenutzt brachliegen, einer sinnvollen und notwendigen Qualitätsentwicklung dienen."

Allerdings sei zu unterscheiden zwischen neu zu schaffenden Instrumenten der Qualitätskontrolle einerseits und konkreten Maßnahmen zur Aufrechterhaltung und Steigerung der Qualität der Patientenversorgung andererseits. Denn die Patientensicherheit hänge ganz wesentlich davon ab, ob die Krankenhäuser und Praxen über eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeter und motivierter Ärztinnen und Ärzte verfügten. In diesem Zusammenhang forderte der ÖÄK-Präsident erneut die dringend nötige Einführung einer einjährigen Lehrpraxis in der Allgemeinmedizin sowie die lückenlose Einhaltung der Arbeitszeitgesetze in den Krankenhäusern. (ar)

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