Jarolim: Karl verzichtet weiter auf Jugendgerichtshof

Maßnahmenpaket kommt reichlich spät - Kernforderungen fehlen

Wien (OTS/SK) - Das heute von Justizministerin Karl vorgestellte Maßnahmenpaket zum Jugendstrafvollzug kommt reichlich spät und verzichtet auf substanzielle Kernforderungen wie die Wiedereinführung des Jugendgerichtshofes. Das erklärte SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Dennoch seien Karls Vorschläge ein erster Schritt, der grundsätzlich zu begrüßen sei: "Für Jugendliche Alternativen zur U-Haft zu schaffen und die Möglichkeit auszubauen, gemeinnützige Arbeit statt Haft zu leisten, sind sinnvolle Vorhaben. Das hätten wir schon längst machen können, hier ist Karl endlich eingeschwenkt", sagte Jarolim. ****

Angesichts der erschütternden Missbrauchsfälle bei jugendlichen Häftlingen bleibt jedoch die Wiedererrichtung des Jugendgerichtshofes in Wien die Kernforderung. In den anderen Bundesländern sollen flächendeckend Jugendkompetenzzentren eingerichtet werden. "Das ist das Gebot der Stunde - das fehlt in Karls Maßnahmenkatalog aber völlig", so Jarolim.

Der SPÖ-Justizsprecher erinnert daran, dass im Jahr 2003 der damalige FPÖ-Justizminister Böhmdorfer und die damalige ÖVP-Justizsprecherin Maria Fekter den international mit hohem Lob versehenen Wiener Jugendgerichtshof zerschlagen haben. "Das hat zur gegenwärtig unerträglichen Situation geführt. Dieser Fehler muss rasch rückgängig gemacht werden, im Sinne der Würde der Jugendlichen in Haft und ihrer Chancen auf erfolgreiche Resozialisierung", betonte Jarolim. (Schluss) ps/ph

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